Stand der Dinge

Umfrage innerhalb der Energiewirtschaft: Senioren spielen keine Rolle

Einer aktuellen Umfrage der Management- und IT-Beratung Capgemini zufolge, haben sich die wenigsten Energieversorger auf den demografischen Wandel eingestellt. Produkte für Senionen sind kaum in Planung. Zudem beurteilt die Branche die Standortfaktoren in Deutschland nach wie vor negativ.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Mit der Bevölkerung jenseits der 50 wollen die Unternehmer der Energie- und Versorgerbranche mehrheitlich offenbar überhaupt nichts zu tun haben: Weder als Konsumenten noch als Mitarbeiter. Auch ihre Geschäftsentwicklung sehen sie durch die Vergreisung der Gesellschaft mehrheitlich eher gefährdet und fast alle sind sich einig: Das Renteneintrittsalter wird künftig signifikant erhöht werden. Nur sieben Prozent sind hier gegenteiliger Meinung.

Liest man die Zahlen der aktuellen, repräsentativen Wirtschaftsstimmungsumfrage der Management- und IT-Beratung Capgemini bei 1260 Vorständen und Geschäftsführern von Unternehmen mit mehr als 12,5 Millionen Euro Jahresumsatz, so scheinen sich die wenigsten auf den demografischen Wandel eingestellt zu haben, denn nur 16 Prozent aller Befragten der Energie- und Versorgerbranche planen Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt zu bringen, die auf die Senioren-Zielgruppe zugeschnitten sind. Am ehesten sind dazu die Banken (53 Prozent) und Versicherungen (72 Prozent) bereit, am wenigsten die Metall- und Maschinenbaubranche (7 Prozent) oder die Elektronik-, High Tech- oder Softwarefirmen (14 Prozent).

"Sehr viele Geschäftsführer oder Unternehmensinhaber würden sich selbst aufgrund ihres Alters nicht mehr einstellen", analysiert Antonio Schnieder, CEO Zentral-, Süd- und Osteuropa von Capgemini. Denn 74 Prozent der Unternehmenslenker der Energie- und Versorgerbranche würden es keinesfalls in Erwägung ziehen, etwa eine Stelle mit einem Mitarbeiter zu besetzen, der älter als 50 Jahre ist. Nur sechs Prozent würden dies überhaupt tun, richtig begeistert davon wäre allerdings null Prozent aller Befragten der Energie- und Versorgerbranche.

Die Auftragslage des eigenen Unternehmens im vergangenen halben Jahr wird von den Unternehmern der Energie- und Versorgerbranche im Durchschnitt leicht positiv bewertet. Für 28 Prozent hat sie sich verbessert und für 19 Prozent verschlechtert. Für das nächste halbe Jahr sehen die Unternehmenslenker wie auch in den vorangegangenen Umfragen mehrheitlich steigende Auftragszahlen. Die Standortfaktoren in Deutschland werden hingegen weiterhin von den Verantwortlichen der Energie- und Versorgerbranche negativ beurteilt: Diesmal sind es noch 28 Prozent, die finden, dass sich das unternehmerische Umfeld im vergangenen halben Jahr verschlechtert hat.

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