Überraschende Wende: Wird die VEAG an Spanien verkauft?

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Während die Europäische Kommission gestern das festgelegte Verkaufsdatum der Bewag-Anteile von E.ON und RWE bestätigte und einem Aufschub nicht zustimmte, zeichnet sich bei der Neuordnung des deutschen Strommarktes durch den Verkauf des ostdeutschen Braunkohleverstromers VEAG eine überraschende Wende ab. Nach Informationen der "Welt" wollen RWE und E.ON ihre VEAG-Anteile an die spanischen Marktführer Endesa und Iberdrola verkaufen.


Die "Welt" berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass die Konzerne auf einer Vorstandssitzung am vergangenen Dienstag einen Tausch der Anteile vereinbart haben. Die fusionierten Unternehmen Endesa und Iberdrola müssen ihren Marktanteil in Spanien um 30 Prozent reduzieren und wollen frei werdende Kapazitäten an E.ON und RWE abgeben. Dafür sollen sie im Gegenzug die VEAG und den ostdeutschen Regionalversorger Envia bekommen. RWE und E.ON erwägen auch einen Verkauf ihrer Bewag-Anteile an die Spanier. Eine abschließende Entscheidung wird für Samstag erwartet.


Der eigentlich geplante Verkauf der Bewag-Anteile an die nordische Kombination HEW und Vattenfall wird nach wie vor gerichtlich blockiert. Bewag-Anteilseigner Southern Energy besteht auf ein Vorkaufsrecht und hat deshalb eine einstweilige Verfügung gegen den Verkauf erwirkt. Diese wurde vom Berliner Landgericht zu Beginn dieser Woche bestätigt. Ein Schiedsverfahren der beiden Unternehmen soll jetzt die verfahrende Situation klären. Dabei drängt allerdings die Zeit, denn nach Vorgaben der Europäischen Union muss der Verkauf der Bewag-Anteile bis zum 13. Dezember über die Bühne gegangen sein. Dieses Datum bestätigte Brüssel gestern erneut. Sollten sich die Unternehmen bis dahin nicht geeinigt haben, übernimmt ein Treuhänder den Verkauf.

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