Monopolmissbrauch?!

Überhöhte Netznutzungsentgelte: Bayrische Landeskartellbehörde geht gegen 20 Unternehmen vor

Bayern hat große Preisunterschiede bei bayerischen Stromnetzbetreibern festgestellt. Aus diesem Grund geht die Landeskartellbehörde gegen 20 Unternehmen vor.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Bayern kämpft für einen funktionierenden Strommarkt: Das Bayerische Wirtschaftsministerium als Landeskartellbehörde hat jetzt gegen 20 vorwiegend kommunale Netzbetreiber im Freistaat Untersuchungen wegen des Verdachts missbräulich überhöhter Netznutzungsentgelte eingeleitet. Diese Netzbetreiber hätten bei größeren Gewerbe- und Industriekunden Preise verlangt, die mindestens um knapp 50 Prozent, im Extremfall sogar um mehr als 200 Prozent über dem günstigsten Anbieter lagen. Falls den Unternehmen nicht der Nachweis gelingt, dass strukturelle Nachteile das höhere Entgelt rechtfertigen, werden sie die Preise erheblich senken müssen. "Es kann nicht sein, dass einzelne Unternehmen den verbliebenen Monopolbereich Netz dazu nutzen, um zu Lasten der Verbraucher gewohnte Gewinnmargen aus Monopolzeiten zu erzielen. Das behindert den Wettbewerb und gefährdet den Erfolg der Marktliberalisierung", erklärte die stellvertretende Leiterin der Landeskartellbehörde Monika Paas.

Die 20 Unternehmen müssen nun darlegen, dass die beträchtlichen Preisunterschiede durch die Struktur des Versorgungsgebiets bedingt sind. Das kann sein, wenn ein Unternehmen eine Stromabgabe pro Kilometer Leitungslänge hat, die im Vergleich zum günstigsten Anbieter deutlich geringer ist. Ministerialrätin Paas bezweifelt dies: "Vor der Liberalisierung der Energiemärkte hatte weitestgehend Preisgleichheit zwischen Vorlieferant und Weiterverteiler bestanden. Strukturelle Nachteile hätten aber auch zu Monopolzeiten höhere Preise gerechtfertigt."

Gleichzeitig sprach sich Paas gegen eine Regulierungsbehörde aus. Sinkende Preise binnen kurzer Zeit für die meisten Kunden hätten gezeigt, dass sich die unbürokratische Lösung, die Organisation des Netzzugangs den betroffenen Wirtschaftsverbänden zu überlassen, bewährt habe.

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