Protest

Über 400 Einsprüche gegen niederländische Uranfabrik

Beim niederländischen Umweltministerium in Den Haag sind mehr als 400 Unterschriften unter Sammeleinsprüchen eingereicht worden, die sich gegen den Ausbau der einzigen niederländischen Urananreicherungsanlage (UAA) im Almelo richten. Einspruch erhoben hat auch eine deutsche Stadt.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Bonn/Gronau (ddp/red) - Neben verschiedenen Umweltorganisationen habe auch die Stadt Gronau (Kreis Borken) Einspruch erhoben, teilte der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) am Dienstag mit. Die Gegner der Ausbaupläne befürchten unter anderem Störfälle in der Anlage und Uran-Transportunfälle.

In Gronau betreibt der internationale Urenco-Konzern eine Schwesteranlage zu der in Almelo. Der Einspruch Gronaus sei Ausdruck eines Stimmungswandels in der Stadt, sagt Udo Buchholz vom BBU. In der niederländischen Anlage solle künftig Uran für den Betrieb von 50 Atomkraftwerken pro Jahr angereichert werden.

Auf Initiative der Grün Alternativen Liste (GAL) hatte die Stadt Gronau kurz vor Ablauf der Einspruchsfrist am 19. Mai einen Einspruch beschlossen. "Dieser Einspruch hat Signalwirkung", ist Buchholz überzeugt. Er sitzt für die GAL im Gronauer Stadtrat. Der Arbeitskreis Umwelt Gronau hatte mit seinem Dachverband BBU die Kampagne zum Sammeln der Einsprüche initiiert.

Laut BBU ist der Betrieb von Urananreicherungsanlagen mit vielfältigen Gefahren verbunden. Bei einem Zwischenfall in der UAA Gronau am 21. Januar war in der Behältervorbereitung Uranhexafluorid (UF6) freigesetzt und ein Mitarbeiter verstrahlt worden.

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