Bis zu 47 Prozent

Über 200 Versorger erhöhen bald die Gaspreise (Upd.)

Pünktlich zum Beginn der Heizsaison erhöhen über 200 weitere Gasversorger ihre Preise: Fast zehn Millionen Haushalte müssen ab Herbst mehr fürs Heizen oder Kochen zahlen, wie das Verbraucherportal Verivox am Donnerstag in Heidelberg mitteilte.

Gaspreise© Jaap2 / iStockphoto.com

Heidelberg/München (afp/red) - Die Rechnung der betroffenen Kunden fällt demnach nach den Erhöhungen im September und Oktober im Schnitt um elf Prozent höher aus - das sind knapp 140 Euro im Jahr. Insgesamt sind 9,7 Millionen Haushalte betroffen, wie eine Sprecherin von Verivox der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Teilweise fast doppelt so hohe Gaspreise

Einzelne Versorger werden ihren Preis laut dem Portal sogar um 47 Prozent anheben. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeute dies eine Mehrbelastung bis zu 600 Euro im Jahr. Auch große Unternehmen wie EWE und Mainova erhöhen die Preise.

Die Versorger begründen die Gaspreiserhöhungen meist mit dem steigenden Ölpreis: Viele Unternehmen haben langfristige Lieferverträge, die an den Ölpreis gekoppelt sind. Verteuert sich das Öl, zieht der Gaspreis mit einer Verzögerung von etwa einem halben Jahr nach. Es gibt mittlerweile aber auch Anbieter, die sich kurzfristig am Spot-Markt Gas besorgen. Daher wird der Unterschied zwischen den Gaspreisen nach Beobachtung der Verbraucherportale immer größer. Laut einer GfK-Umfrage wechseln deutlich mehr Verbraucher ihren Strom- als ihren Gasanbieter.

Upd.: Noch mehr Preiserhöhungen zu Oktober und November

Nach neueren Marktanalysen haben sogar 237 Gasanbieter für Oktober und November Preissteigerungen von durchschnittlich gut zehn Prozent angekündigt. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh entspricht dies einer jährlichen Mehrbelastung von 126 Euro, so Verivox.

Durchschnittspreis steigt ebenfalls

Die Preiserhöhungswelle treibt auch den bundesdeutschen Durchschnittspreis nach oben. Der Verivox-Verbraucherpreisindex Gas notiert im Oktober 2011 bei 6,37 Cent pro kWh. Bei einem Verbrauch von 20.000 kWh entspricht dies Jahreskosten von 1.275 Euro.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die bundesdeutschen Gaspreise damit um rund 6 Prozent angestiegen (Oktober 2011: 6,01 Cent/kWh). Aufgrund der dauerhaft hohen Ölpreise im Jahr 2011 ist mit weiteren Gaspreiserhöhungen im Laufe des Winters zu rechnen.

Wer wechseln möchte, sollte mit dem Gasrechner nach günstigen Tarifen suchen. Teilweise sind große Ersparnisse drin; auf eine Preisgarantie zu achten ist ratsam.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromvergleich

    Strompreise steigen vielfach zum Jahreswechsel

    Die Strompreise steigen zum neuen Jahr bei vielen Versorgern. Dem Portal Verivox zufolge haben gut 250 Stromanbieter angekündigt, die Preise zu erhöhen. Niedrigere Preise sind dagegen nur bei wenigen Anbietern zu erwarten.

  • Gasvergleich

    Verivox: Gaspreise auf 10-Jahres-Tief

    Die Gaspreise sind aktuell so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Verivox schätzt, dass die Preise im kommenden Jahr noch weiter sinken werden. Schon 70 Grundversorger haben für die nächsten Monate Preissenkungen angekündigt.

  • Gaspreise

    Entega erhöht Gaspreise und führt neuen Tarif ein

    Der Strom- und Gasanbieter Entega erhöht zum 1. November 2001 die Gaspreise. Grund dafür seien die gestiegenen Beschaffungskosten. Mehrere Tarife werden um rund sieben Prozent teurer. Gleichzeitig erhalten die Kunden ein Angebot für einen neuen, klimaneutralen Erdgastarif mit einer Preisstabilitätsgarantie bis 2013.

  • Stromnetz Ausbau

    Stromkunden auf dem Land zahlen mehr

    Ein Strompreisvergleich des Verbraucherportals Verivox hat ergeben, dass die Preise der örtlichen Stromanbieter auf dem Land rund fünf Prozent höher sind als in städtischen Gebieten. Die Preisunterschiede ergeben sich jedoch nicht aus unterschiedlich hohen Abgaben, schuld ist die Preispolitik der Versorger.

  • Gasverbrauch

    Dresdner Gaskunden müssen ab Oktober mehr zahlen

    Rund 30.000 Kunden des Dresdner Energieanbieters Drewag müssen ab Oktober höhere Gaspreise zahlen. In der Grundversorgung und in einem weiteren Tarif steigt die Abgabe um 0,39 Cent pro Kilowattstunde, wie der Energieversorger in Dresden mitteilte.

Gastarife vergleichen auf Tarife.de
Tipps und Ratgeber
Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.
Top