Weltweit, aber gerecht

UBA-Studie: Die Zukunft nach dem Kyoto-Protokoll

Das in der vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen Studie vorgeschlagene Modell für eine Zeit nach 2012 ordnet je nach dem jeweiligen Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen den Unterzeichnerstaaten der Klimarahmenkonvention unterschiedliche Beiträge zum Klimaschutz zu.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Heute tritt zwar das Kyoto-Protokoll der Klimaschutzkonvention in Kraft, mit dem verbindliche Ziele für die Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes bis zum Jahr 2012 gelten. Aber offen ist, wie es danach im internationalen Klimaschutz weitergeht. Eine Möglichkeit für globale Klimaschutzvereinbarungen, die nach 2012 greifen, wäre ein Mehrstufenansatz, wie ihn die ECOFYS GmbH Köln im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) entwickelt hat.

Nach diesem Modell sollen sich alle Länder schrittweise an der Verringerung des Ausstoßes der Klimagase beteiligen. Anhand bestimmter Kriterien, etwa dem Klimagasausstoß oder dem Einkommen pro Kopf, wird vereinbart, wie groß der Beitrag des einzelnen Staates zum Klimaschutz sein soll. Damit können sowohl Gerechtigkeitsaspekte als auch die Vielzahl unterschiedlicher Voraussetzungen zum Klimaschutz in den untersuchten Staaten berücksichtigt werden.

Auf absehbare Zeit seien die Industriestaaten wegen ihrer höheren Emissionen und größeren Wirtschaftskraft verpflichtet, mehr als die Entwicklungsländer zur Emissionsminderung beizutragen, führt das UBA die Überlegungen aus. Langfristig sei aber auch die Einbeziehung der Schwellen- und Entwicklungsländer in verbindliche Klimaschutzmaßnahmen notwendig, allerdings müssten die Verpflichtungen Gerechtigkeitsaspekte wie das Verursacherprinzip, das Leistungsfähigkeitsprinzip und die Entwicklungsprioritäten widerspiegeln.

Das in der Studie vorgeschlagene Modell ordnet je nach dem jeweiligen Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen den Unterzeichnerstaaten der Klimarahmenkonvention unterschiedliche Beiträge zum Klimaschutz zu. Entwicklungsländer sollten mit finanzieller und technischer Unterstützung durch Industriestaaten damit beginnen, ihre wirtschaftliche Entwicklung durch Anwendung klimafreundlicher Techniken nachhaltig umweltschonend zu gestalten. Fortgeschrittene Industriestaaten dagegen sollten verbindliche Verpflichtungen zur Verringerung ihrer Emissionen nach dem Muster des Kyoto-Protokolls übernehmen.

Die Studie hat zudem einen Ansatz zur Differenzierung der Verpflichtungen anhand der jeweiligen Situation in wichtigen Sektoren entwickelt. Für die Industrieproduktion werden Effizienzstandards zugrundegelegt, für die Stromerzeugung ein abnehmender Einsatz fossiler Energieträger vorgesehen und für andere Sektoren eine Angleichung der Emissionen pro Kopf der Bevölkerung angestrebt (Triptych-Ansatz). Dieser ursprünglich für die Aufteilung des Kyoto-Ziels der EU auf die Mitgliedstaaten entwickelte Ansatz stehe nun in erweiterter und aktualisierter Form auch für die globale Ebene zur Verfügung.

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