Alte Meiler abschalten

UBA-Chef warnt vor längeren AKW-Laufzeiten

Der scheidende Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Andreas Troge, spricht sich gegen längere Laufzeiten von Kernkraftwerken aus. Er warne davor, "ausgerechnet die Laufzeit der älteren Reaktoren zu verlängern", sagte Troge der Wochenzeitung "Die Zeit" in einem am Mittwoch vorab verbreiteten Interview.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (ddp/red) - Er sei dafür, die Kernkraftwerke mit "den häufigsten Störungen so bald wie möglich stillzulegen", das seien die älteren. Troge, der CDU-Mitglied ist, kritisierte den Atomenergiekurs der Union. Wer die Kernkraftwerke sechs oder acht Jahre länger am Netz lassen wolle, schade dem "inneren Frieden" in Deutschland.

Wenn CDU-Mitglieder die Kernenergie als "Ökoenergie" bezeichneten, verschlage es ihm geradezu die Sprache. Dies sei "vorsätzlich eindimensional". Mit nachhaltiger Entwicklung habe die Nutzung der Kernkraft "nichts zu tun".

Übergangstechnologie - schon seit 20 Jahren

Troge wies darauf hin, dass schon im CDU-Umweltprogramm von 1989 die Kernenergie als Übergangsenergie bezeichnet worden sei. Wenn er heute von seiner Partei höre, die Kernenergie sei immer noch eine Übergangsenergie, dann frage er sich, "was wir in 20 Jahren gemacht haben".

Der 59-jährige Troge ist seit 1995 UBA-Präsident und legt aus gesundheitlichen Gründen auf eigenen Wunsch Ende des Monats sein Amt nieder.

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