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TXU will jetzt auch Deutschlandgeschäft verkaufen

Der amerikanische Energiekonzern TXU wird nun doch sein Deutschlandgeschäft verkaufen. Damit werden Beteiligungen an den Stadtwerken Kiel, der Braunschweiger Versorgungs-AG und dem Berliner Stromversorger ares Energie-direkt GmbH frei. Während in Kiel derzeit der Verkauf an ein Bankenkonsortium favorisiert wird, haben sich in Braunschweig alte Bekannte wiedergemeldet.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der in finanzielle Not geratene amerikanische Energiekonzern TXU will jetzt auch sein Deutschlandgeschäft verkaufen. Verschiedenen Medienberichten zufolge, soll für den 51-prozentigen Anteil an den Stadtwerken Kiel und den 74,9-prozentigen Anteil an der Braunschweiger Versorgungs-AG so schnell wie möglich ein neuer Käufer gefunden werden. Bisher schienen die Arbeitsplätze in Deutschland sicher. Am 21. Oktober hatte TXU seine verlustreichen Aktivitäten in Großbritannien für mehr als 2,1 Milliarden Euro an den E.ON-Tochter Powergen verkauft.

Der fünftgrößte amerikanischer Versorger hatte seit 1998 versucht, in den europäischen Markt einzusteigen. Branchenkenner sehen in den langfristigen Abnahmeverträgen, die TXU insbesondere in Großbritannien zu teuren Preisen abgeschlossen hatte, den Grund für die derzeitigen finanziellen Probleme. Die Strompreise in Großbritannien sind seit der Liberalisierung so drastisch gesunken, dass TXU beim Verkauf des viel zu teuren Stroms herbe Verluste einstecken musste. Anfang Oktober gab das Unternehmen dann eine Gewinnwarnung bekannt, die Kreditwürdigkeit sank. Der europäischen Tochter TXU Europe wurden daraufhin alle Finanzmittel gestrichen, der Verkauf der 5,5 Millionen Strom- und Gaskunden und der Kohlekraftwerke in Großbritannien folgte am 21. Oktober.

Die 2,17 Milliarden Euro, die TXU von E.ON für das England-Geschäft bekommen hat, scheinen nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen sein. Wie die Braunschweiger Zeitung berichtet, hat ein englischer Stromlieferant die Liquidierung von TXU Europe beantragt. Nun sollen die europäischen Aktivitäten mit einem Verlust von 3,6 Milliarden Euro beendet werden. Aus diesem Grund sind die Stadtwerke Kiel und die Braunschweiger Versorgungs-AG bereits auf der Suche nach einem neuen Partner. TXU hatte sich im Januar 2001 für damals 448 Millionen DM an den Stadtwerken Kiel und noch im Mai dieses Jahres für 420,6 Millionen Euro an der Braunschweiger Versorgungs-AG beteiligt. Auch der Berliner Stromversorger ares ist eine 100-prozentige Tochter von TXU Europe und steht mit seinen 220 000 Kunden.

Sowohl in Kiel als auch in Braunschweig soll die Entscheidung über einen neuen Anteilseigner noch vor Weihnachten fallen. Einem Bericht der Kieler Nachrichten zufolge, wird in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt derzeit der Verkauf an ein Bankenkonsortium favorisiert. Wie ares-Geschäftsführer Sabri Eryigit dem strom magazin auf Anfrage bestätigte, steht auch Berliner Unternehmen mit 220 000 Kunden zum Verkauf. In Braunschweig haben bereits alte Bekannte ihr immer noch vorhandenes Interesse bekundet. Im Mai waren die Helmstedter Avacon, der Großkonzern EnBW und die belgische Electrabel beim Bieterverfahren um die BVAG nur zweiter Sieger gewesen - jetzt könnte einer von ihnen vielleicht doch noch zum Zug kommen.

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