"Meilenstein für die Offshore-Technologie"

Turmbau zu Emden: Erste Windkraftanlage im Wasser geht in Betrieb

In der kommenden Woche soll sie in Betrieb gehen, die erste Windkraftanlage Deutschlands, die im Wasser steht. Der stählerne Koloss hat einen Rotordurchmesser von 114 Metern, allein die vier Turmsektionen wiegen 820 Tonnen. Die Anlage soll 15.000 Menschen mit Strom versorgen können.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Emden (ddp-nrd) - Deutschlands erste Windkraftanlage mit nassen Füßen geht voraussichtlich in der kommenden Woche in Betrieb. Lediglich die Verkabelung und einige Restarbeiten am Standort in der Emsmündung bei Emden seien noch zu erledigen, sagte eine Sprecherin der Planungsfirma Enova am Donnerstag in Bunderhee. Die Verwirklichung des so genannten Nearshore-Projektes zirka 40 Meter vom Deichfuß entfernt sei ein Meilenstein für die Offshore-Technologie in Deutschland auf hoher See, hieß es.

Im Auftrag des Oldenburger Energieversorgers EWE wurde eine Windenergieanlage E-112 des Auricher Herstellers Enercon mit einer installierten elektrischen Leistung von 4,5 Megawatt errichtet. Sie hat eine Nabenhöhe von 108 Metern und einen Rotordurchmesser von 114 Metern. Das 676 Quadratmeter große Fundament ist auf 40 Stahlrohrpfählen gegründet. Allein die vier Turmsektionen wiegen 820 Tonnen. Die Anlage soll rund 15.000 Menschen mit Strom versorgen können. Die E-112 soll auch bei den in der Nordsee geplanten Offshore-Windparks zum Einsatz kommen.

Nach Enova-Angaben hat ein Kamerateam des ZDF den Bau dokumentiert. Der Beitrag soll am morgigen Samstag ab 17.05 im Magazin "Länderspiegel" ausgestrahlt werden.

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