Nach Klimagipfel

TÜV Süddeutschland: Praktische Umsetzung des Kyoto-Protokolls in Vorbereitung

Damit sich Unternehmen in naher Zukunft, Auslandsprojekte als Kohlendioxidausstoß-Minderung zertifizieren lassen können, hat der TÜV-Süddeutschland einen Expertenstab eingesetzt.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Während Juristen und Diplomaten in Bonn noch an den Details feilen, gehen die Umwelt-Experten des TÜV Süddeutschland bereits an die praktische Umsetzung des Kyoto-Protokolls. Im Mittelpunkt steht dabei die Zertifizierung von Klima-Projekten in Schwellenländern - die Basis für wirtschaftlich sinnvollen und damit akzeptierten Klimaschutz.

Die Klima-Einigung sieht vor, dass einem Unternehmen Kohlendioxid-Verminderung gutgeschrieben wird, wenn es in ein entsprechendes Projekt im Ausland investiert - zum Beispiel in eine Windkraftanlage. Dazu muss jedoch ein neutraler Gutachter wie der TÜV bestätigen, dass diese Anlage läuft, was sie nützt, was sie an Kohlendioxid einspart, wie viel sie also unter den Gesichtspunkten des Klimaschutzes wert ist. Das Unternehmen kann dann ein gültiges Zertifikat in Händen halten, das dokumentiert, dass seine Verpflichtungen erfüllt sind. Und mit dem es letztlich sogar Handel treiben kann. Ab 2005 soll es in Europa so weit sein.

Der TÜV Süddeutschland hat dazu einen Experten-Stab aufgebaut, der Unternehmen berät und Anlagen und Projekte zertifziert. Derzeit läuft schon ein entsprechendes Projekt in Russland: Es geht um Energieeinsparung in der Moskauer U-Bahn. Sobald ein internationales Gremium installiert ist, wird sich der TÜV Süddeutschland als weltweiter Gutachter und Zertifizierer dort auch akkreditieren.

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