Aufatmen?!

Trotz Insolvenz: Belieferung von ares-Kunden gesichert

Mit Hilfe der Essener Riva Energie AG und des englischen Finanzinvestors Cap Vest haben die ares-Geschäftsführer Joachim Schwarten und Sabri Eryigit heute die Versorgung der Kunden des Berliner Stromanbieters ares gesichert. Obwohl der Insolvenzantrag nicht zurückgezogen wird, ändert sich für die Kunden nichts. Probleme gibt es indes mit der TEAG.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Die 200 000 Kunden, die derzeit vom Berliner Stromversorger ares Energie-direkt GmbH mit Strom beliefert werden, können erstmal aufatmen: In tagelangen Marathonverhandlungen konnten die ares-Geschäftsführer Joachim Schwarten und Sabri Eryigit heute nachmittag mit der Essener Riva Energie AG und dem englischen Finanzinvestor Cap Vest einen Vertrag aushandeln, der die Versorgung aller ares Kunden mit Strom sicherstellt. "Für die Kunden ändert sich damit nichts", kommentierte Eryigit den Abschluss der Verhandlungen gegenüber dem strom magazin.

ares ist ebenso wie die Stadtwerke Kiel und die Braunschweiger Versorgungs-AG ein Tochterunternehmen des amerikanischen Energiekonzerns TXU, der in den vergangenen Monaten in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. Als Konsequenz hatte TXU Europe am 10. November 2002 in London Insolvenz beantragt. Am vergangenen Mittwoch stellte dann auch ares in Berlin einen Insolvenzantrag, da durch die insolvente Muttergesellschaft keinerlei Sicherheiten mehr vorhanden waren. Seit diesem Moment verhandelten die ares-Geschäftsführer Schwarten und Eryigit, der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Dirk Wittkowski (Henningsmeier & Partner) und die potenziellen Interessenten intensiv über den Fortbestand des Unternehmens und haben ihn heute letztlich gesichert. Neben Cap Vest sind nach strom magazin-Informationen auch Gespräche mit einem Berliner Versorgungsunternehmen und einem Finanzinstitut geführt worden.

Die ares-Kunden merken von den Veränderungen zunächst nichts, sie werden weiterhin zu den gleichen Konditionen mit Strom versorgt. Allerdings wird auch ares zu Beginn kommenden Jahres die Strompreise erhöhen, das wäre auch ohne die aktuellen Entwicklungen so der Fall gewesen. Wie ares-Chef Eryigit dem strom magazin sagte, hat sich ares auch mit den meisten Netzbetreibern und Regionalversorgern einigen können, so dass kaum ein Kunde von der Notstromversorgung betroffen sein dürfte. Ausnahme: 10 000 Kunden im Netzgebiet des Thüringer Versorgers TEAG. Allerdings hat ares mittlerweile gegen die sofortige Kündigung des Händlerrahmenvertrages durch die TEAG beim LG Erfurt eine einstweilige Verfügung erwirkt.

Wie genau es nun mit ares weitergeht, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Fest steht allerdings, dass der Insolvenzantrag nicht zurückgezogen wird, uns dass Riva bzw. Cap Vest den Betrieb aus der Insolvenz heraus übernimmt. Dennoch soll ares als Marke erhalten bleiben, ebenso ist der Standort Berlin zunächst gesichert. Wieviele der 140 Arbeitsplätze bei ares durch Synergieeffekte eingespart werden können, ist ebenfalls noch nicht bekannt.

Wichtig für ares-Kunden: Ihr Vertrag mit ares sollte trotz der Entwicklungen der letzten Tage unangetastet geblieben sein und ares wird weiterhin monatlich Stromabschläge einziehen. Sollte sich ihr Regionalversorger dennoch an Sie wenden, sollten Sie umgehend mit ares Rücksprache zwecks der weiteren Vorgehensweise halten.

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