Keine Hilfe für Klimaschutz

Troge warnt vor längeren Laufzeiten von Atomkraftwerken

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, warnt vor einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken. Ein späteres Abschalten dieser Kraftwerke helfe dem Klimaschutz nicht, sagte er der "Frankfurter Rundschau" (Dienstagausgabe).

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - Es würden dann weniger neue Kraftwerke gebaut. "Damit würde der aus Klimaschutzgründen notwendige Trend zu einer stärker dezentralisierten Energieversorgung, bei der Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt werden, und in der mehr erneuerbare Energien Platz finden, erheblich verzögert", argumentierte er.

CDU-Mitglied Troge widerspricht damit Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU). Sie hatte längere Laufzeiten der Atommeiler für den Fall eines Regierungswechsels angekündigt. Laut Atomkonsens, den Rot-Grün mit den Stromkonzernen geschlossen hat, wird das letzte Atomkraftwerk 2021 abgeschaltet. Die durchschnittliche Laufzeit beträgt danach 32 Jahre.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Elektroauto

    Kaufprämie für Elektroautos erntet nicht nur Beifall

    Für E-Autos steht erneut die Kaufprämie zur Diskussion, schließlich steht auch das Ziel der Bundesregierung zu der Verbreitung der Fahrzeuge auf dem Spiel. Die Elektroprämie findet aber nicht nur Befürworter: Kritiker sehen sie vielmehr als zweischneidiges Schwert.

  • Strompreise

    Exkurs III: Merkel kündigt "Kurskorrektur" in der Energiepolitik an

    Bei einem eventuellen Regierungswechsel will die CDU die Instrumente der Energiepolitik überprüfen. Insbesondere die Ökosteuer, das Erneuerbare-Energien-Gesetz und das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz seien nicht ausreichend aufeinander abgestimmt und führten zu Doppelbelastungen, sagte Angela Merkel in dieser Woche.

  • Strom sparen

    Exkurs II: So verteidigen die Grünen ihre Energiepolitik

    Auch Umweltminister Jürgen Trittin, Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt und die energiepolitische Sprecherin der Grünen, Michaele Hustedt, haben in dieser Woche ihre Energiepolitik verteidigt. Das EEG sei überaus erfolgreich und eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken mit Problemen verbunden.

  • Hochspannungsleitung

    Politik und Branche debattieren über erneuerbare Energien

    Nach der Vorstellung eines neuen Förderkonzeptes für erneuerbare Energien durch den VDEW und die mögliche Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten nach einem Regierungswechsel im Herbst ist in Politik und Branche eine Diskussion über die künftige Energiepolitik entbrannt.

Top