Im Bundestag

Trittin: Zeitfenster von zehn Jahren für Klimawandel

Umweltminister Jürgen Trittin unterstrich kürzlich im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, dass nur ein Zeitfenster von zehn Jahren für eine Beeinflussung des globalen Klimas zur Verfügung stehe. Nach Verstreichen dieser Frist sei eine befürchtete Klimaerwärmung "unumkehrbar".

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Perspektiven der Klimapolitik nach der Ratifikation des Kyoto-Protokolls hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Bündnis90/Die Grünen) kürzlich im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit skizziert.

Der Minister unterstrich dabei die Bedeutung eines Zeitfensters von zehn Jahren für eine Beeinflussung des globalen Klimas. Nach Verstreichen dieser Frist sei nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen eine befürchtete Klimaerwärmung "unumkehrbar". Innerhalb der Kyoto-Vertragsstaaten und der EU habe man sich daher darauf verständigt, dass eine Erderwärmung um mehr als zwei Grad Celsius gegenüber der so genannten "vorindustriellen Zeit" verhindert werden müsse.

Im Hinblick auf Kohlenstoffemissionen und andere Erwärmungsfaktoren der Atmosphäre bedeute dies eine Reduzierung der Emissionen um 30 Prozent im Gesamtdurchschnitt bis zum Jahr 2020. Trittin ging dabei auch auf die Tatsache ein, das dies für hoch entwickelte Industriestaaten wie etwa Deutschland einen weit aus höheren Wert erfordere als in anderen Ländern. Es bedeute unter anderem, dass Deutschland mit einer derzeitigen Reduktion von 21 Prozent gerade einmal ebensoviel zur Verminderung der Gesamtschadstoffe beitrage wie ein EU-Nachbarstaat mit einer Reduktion von acht Prozent.

Der Minister warnte in diesem Zusammenhang auch vor einer Überschätzung der Möglichkeiten durch einen Emissionshandel mit Schwellen- oder Entwicklungsländern. Das Instrument von "Cap and Trade" (Kappen und Handeln) könne nur dann greifen, wenn über die Kappungsgrenzen Einigkeit bestehe. Erst innerhalb eines vereinbarten reduzierten Rahmens über den Ausstoß von Emissionen werde der Handel mit Emissionszertifikaten Bedeutung erlangen.

Einen "Fehler" nannte Trittin, dass seinerzeit vereinbart worden sei, erst nach der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls über ein weiteres Vorgehen zu verhandeln. Dies führe nun zu einem Zeitverlust bei der Umsetzung und Durchsetzung der Maßnahmen. Der Minister sprach auch den Zielkonflikt zwischen Wirtschaftswachstum und Emissionen an. Bei der Entwicklung in Asien sei es notwendig, Zugeständnisse zu machen.

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