Atommüll ohne Ende

Trittin warnt vor Arbeitsplatzverlusten bei Abkehr vom Atomausstieg

Im Vorfeld der Vorstellung des Wahlkampfprogramms der Grünen hat Umweltminister Jürgen Trittin erneut vor einer Abkehr vom Atomausstieg gewarnt. Abgesehen von der Produktion von "Atommüll ohne Ende" würden auch zehntausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) warnt vor einer Abkehr vom Atomausstieg nach einem möglichen Regierungswechsel. Wer die Modernisierung des Kraftwerkparks und den Ausbau der erneuerbaren Energien "abwürgen" wolle, setze "Zehntausende von Arbeitsplätzen aufs Spiel", sagte Trittin der Nachrichtenagentur ddp in Berlin. Zugleich würde damit die "Technologieführerschaft" der Bundesrepublik in der Windenergie und Photovoltaik gefährdet, die inzwischen ein "wichtiges Standbein" der deutschen Exportbilanz sei.

Scharf kritisierte der Grünen-Politiker die Ankündigung von Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU), nach einer etwaigen Regierungsübernahme Atomkraftwerke länger als derzeit vorgesehen am Netz lassen zu wollen. Merkel wolle "Atommüll ohne Ende, denn nichts anderes heißt es, wenn die Union die Laufzeiten der AKWs verlängern will", sagte Trittin. Dagegen habe Rot-Grün mit der Laufzeitbefristung der Kernkraftwerke die Atommüllmenge absolut begrenzt.

Auch sollten nach dem Willen der Union "ausgerechnet AKWs mit der schlechtesten Störfallbilanz wie Biblis und Brunsbüttel weiterlaufen statt bis 2009 abgeschaltet zu werden", betonte der Umweltminister. Das sei auch "wirtschaftspolitischer Unsinn", weil es die dringend notwendigen Investitionen in die Erneuerung des Kraftwerksparks blockiere. "Es ist Stuss aus einem Guss", betonte Trittin.

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