Solarindustrie

Trittin: Technologischen Vorsprung nicht leichtfertig verspielen

Umweltminister Jürgen Trittin hat erneut vor einer Veränderung der Förderbedingungen für erneuerbare Energien gewarnt: "Wer hier unbeholfen mit ideologischen Scheuklappen agiert, der setzt Hunderte von Arbeitsplätzen in Deutschland aufs Spiel", sagte er heute beim Besuch einer Solarfirma.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat die Bedeutung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) für den Aufbau der Photovoltaik-Industrie in Deutschland betont. "Dank der verlässlichen Rahmenbedingungen des EEG hat die deutsche Photovoltaik-Branche eine 20-jährige Planungs- und Investitionssicherheit", sagte Trittin heute bei einem Besuch der Firma RWE SCHOTT Solar in Alzenau (Bayern).

Deutschland habe mittlerweile Japan bei der Errichtung von Anlagen zu Erzeugung von Photovoltaik-Solarstrom überholt und stehe mit über 300 Megawatt Jahresleistung im Jahr 2004 an der Weltspitze. "Das ist besonders bemerkenswert angesichts der Tatsache, dass im Jahr 1998 fast alle Hersteller von Photovoltaik-Zellen Deutschland gerade verlassen hatten. Wir haben seitdem erlebt, dass durch das EEG ein ganzer Industriezweig neu entstanden ist", erläuterte Trittin. Auch die technologische Führerschaft konzentriere sich auf die drei Länder Deutschland, Japan und USA. Sie würden derzeit zusammen 80 Prozent der weltweit erzeugten Solarzellen produzieren.

Daher warnte Trittin vor einer Veränderung der Förderbedingungen für erneuerbare Energien: "Wer hier unbeholfen mit ideologischen Scheuklappen agiert, der setzt Hunderte von Arbeitsplätzen in Deutschland aufs Spiel." Auch die Photovoltaik-Industrie sei längst globalisiert und Deutschland befinde sich bei den anstehenden Investitionsentscheidungen der Branche im Wettbewerb um High-Tech-Produktionsstandorte.

Insgesamt will die Photovoltaik-Branche ihre Produktionskapazitäten in Deutschland bis zum Jahr 2006 um 350 Prozent gegenüber dem Jahr 2003 ausbauen. Die Branche erwirtschaftete 2004 einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro.

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