Keine Neuauflage

Trittin: Neue Förderinstrumente nach Auslaufen des 100.000-Dächer-Programms

Nach Auslaufen des 100 000-Dächer-Programms soll die Solarförderung weiter fortgesetzt werden. Umweltminister Trittin kündigte an, u.a. bei der anstehenden Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Fördersätze für kleine Anlagen auf Hausdächern weiter zu differenzieren und für Photovoltaikanlagen am Boden eine degressiv gestaltete Einspeisevergütung einzuführen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat angekündigt, dass die Förderung der Solarenergie auch nach dem Auslaufen des 100.000-Dächer-Programms zum Jahresende fortgesetzt wird. Zwar werde die Bundesregierung keine Neuauflage dieses Programms beschliessen, doch werde es auch in Zukunft zinsgünstige Darlehen für die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf und an Gebäuden geben. "Die Steigerung der Absatzzahlen ist von zentraler Bedeutung für die Markteinführung der Photovoltaik. Die einzelne Anlage muss auf Dauer billiger werden, damit sich die Solarenergie auf dem Markt behaupten kann", sagte Trittin gestern bei der Einweihung einer Solarstromanlage in Rüsselsheim.

Das im Rahmen des 100.000 Dächer Programm definierte Ziel von 300 Megawatt installierter Leistung ist bereits überschritten. Deshalb hatte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nur noch bis zum 30. Juni 2003 Förderanträge annehmen können. "Wir werden die Förderung der Photovoltaik jetzt mit anderen Mitteln betreiben", sagte der Bundesumweltminister.

So sollen bei der anstehenden Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Fördersätze für kleine Anlagen auf Hausdächern weiter differenziert werden. Für Photovoltaikanlagen am Boden soll eine degressiv gestaltete Einspeisevergütung eingeführt werden. "Sie wird allerdings niedriger sein als die für Anlagen auf und an Gebäuden", sagte Trittin. "Wir wollen damit einen Anreiz zum Bau großer Anlagen von mehr als 100 Kilowatt geben." Zudem stehen auch weiterhin zinsgünstige Darlehen für Photovoltaik-Anlagen aus dem KfW-Umweltprogramm und dem Kohlendioxid-Minderungsprogramm der KfW zur Verfügung.

"Während eine Familie 1990 für eine komplette Solaranlage mit drei Kilowatt Leistung noch 38 000 Euro zahlen musste, muss sie heute nur noch rund 20 000 Euro dafür aufbringen", fasste Trittin das Erreichte zusammen. Die bisherige Preisreduktion reiche allerdings noch nicht, um mit den Kosten für den solar erzeugten Strom in die Nähe der Wirtschaftlichkeit zu kommen. "Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir die Subventionierung der fossilen Energiewirtschaft abbauen", sagte Trittin weiter. Notwendig sei es zudem, die Photovoltaikanlagen durch Forschung und Entwicklung zu verbessern, um die Wirkungsgrade der Zellen weiter zu erhöhen. Schließlich müsse eine eigenständige Siliziumproduktion für die Solarindustrie aufgebaut werden. Das würde die Kosten erheblich senken.

Trittin kündigte an, sich im September bei der WTO-Konferenz in Cancun dafür einzusetzen, dass Anlagen der Umwelttechnologie, umweltfreundliche Produkte und Umweltdienstleistungen von Zöllen und anderen Handelsschranken befreit werden.

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