Entsorgung

Trittin: Mit dezentralen Zwischenlagern werden Atomtransporte drastisch reduziert

Umweltminister Jürgen Trittin ist überzeugt davon, dass der Bund in puncto Zwischenlager seine Hausaufgaben gemacht habe. Da das BfS das letzte Zwischenlager am 19. Dezember genehmigt hat, liege es nun an den Ländern, zeitnah die noch ausstehenden Baugenehmigungen zu erteilen und somit weitere Atomtransporte zu verhindern.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Bund hat alle atomrechtlichen Genehmigungen für die beantragten Zwischenlager an den Standorten der Atomkraftwerke erteilt. Bundesumweltminister Jürgen Trittin: "Der Bund hat seine Hausaufgaben gemacht. Es ist jetzt Sache der Länder, zeitnah die noch ausstehenden Baugenehmigungen zu erteilen, damit alle Zwischenlager zügig errichtet werden können. Nur so kann gewährleitstet werden, dass die Zwischenlager 2005 betriebsbereit sind."

Das zuständige Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat inzwischen für alle beantragten zwölf dezentralen Zwischenlager die Genehmigung zur Einlagerung von abgebrannten Brennelementen erteilt. Die letzten atomrechtlichen Genehmigungen dafür erhielten am 19. Dezember die Betreiber von Philippsburg, Gundremmingen und Krümmel. Neben den drei genannten Standorten werden auch Zwischenlager in Brunsbüttel, Brokdorf, Unterweser, Grohnde, Biblis, Neckarwestheim, Grafenrheinfeld und Isar errichtet.

Die Einrichtung von Standortzwischenlagern hatte die Bundesregierung mit den Energieversorgungsunternehmen im Rahmen des Atomausstiegs vereinbart. Damit sollen die Atommülltransporte drastisch reduziert werden. Bundesumweltminister Trittin ist vom Erfolg überzeugt: "Das Konzept der dezentralen Zwischenlager wirkt. Seit dem Regierungswechsel 1998 hat es keine innerdeutschen Transporte abgebrannter Brennelemente von Atomkraftwerken in die zentralen Zwischenlager Ahaus und Gorleben mehr gegeben. Mit Hilfe der Zwischenlager an den Kraftwerksstandorten werden sie auch in Zukunft verhindert. Die Transporte in die ausländische Wiederaufarbeitung werden auf das notwendige Mass begrenzt und ab Juli 2005 ganz eingestellt."

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