Nicht nachvollziehbar

Trittin kritisiert hohe Strompreise

Auch Umweltminister Jürgen Trittin hält den Vorwurf der energieintensiven Industrie, die großen Stromanbieter würden die Energiepreise gezielt nach oben treiben, für nachvollziehbar. Er begrüßte es, dass sich relevante Teile der Industrie gegen das Oligopol der vier großen Stromerzeuger stellen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat sich hinter die Kritik der Stromabnehmer aus der Industrie gestellt, die deutschen Stromkonzerne betrieben Preistreiberei. "Der Vorwurf ist für mich absolut nachvollziehbar", sagte Trittin dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). Er begrüße es ausdrücklich, wenn sich "relevante Teile der Industrie gegen das Oligopol der vier großen Stromerzeuger" stellten. Trittin kritisierte, die Kosten für die Netznutzung lägen in Deutschland um bis zu 70 Prozent über dem europäischen Durchschnitt.

Der Minister bezog damit Stellung zu Äußerungen des Verbandes der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft, der die Interessen großer Energiekunden vertritt. VIK-Geschäftsführer Alfred Richmann hatte gesagt, die vier großen deutschen Stromanbieter E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW schraubten neben den Entgelten für die Netznutzung auch die Erzeugerpreise unangemessen in die Höhe. Die Strompreisexplosion der vergangenen Monate sei durch "sachliche Gründe nicht zu rechtfertigen, sondern das Resultat des für die Wirtschaft äußerst schädlichen Oligopols in der Stromwirtschaft", zitiert das Blatt Richmann.

Die Energieversorger haben solche Vorwürfe bislang stets vehement bestritten. Sie verweisen auf die gestiegenen Brennstoffpreise auf den Weltmärkten sowie auf die politisch bedingten Zusatzkosten, etwa durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz.

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