Klimaschutz

Trittin: Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls ist "Tag zum Feiern"

Heute tritt das Kyoto-Protokoll in Kraft: 141 Industriestaaten verpflichten sich damit, ihre Treibhausgasemissionen bis 2012 um fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern. Umweltminister Trittin stimmt zu, dass damit zwar "nicht alles" aber der "erste und wichtigste" Schritt zur Begrenzung des Klimawandels getan sei.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) wertet das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz als "Tag zum Feiern". Damit sei zwar "nicht alles, aber der erste und wichtigste Schritt in Richtung Begrenzung des Klimawandels getan", sagte Trittin am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Deutschland habe dabei die "größte Reduktionsverpflichtung" auf sich genommen.

Im Deutschlandradio Berlin wies Trittin die Kritik mehrerer Umweltverbände zurück, Deutschland würde womöglich seine Ziele nicht erreichen, die Emissionen der sechs wichtigsten Treibhausgase bis 2012 um mindestens 21 Prozent zu senken. Trittin appellierte an die Verbände, sie sollten die Klimaschutzbemühungen Deutschlands "jetzt nicht herunter machen". Selbst wenn man die Zahlen, die durch die Schließungen der Braunkohlekraftwerke im Osten erreicht worden seien, aus der Berechnung herausnehmen würde, sei Deutschland immer noch das Land mit den meisten Reduktionen, betonte der Minister.

Auch wies Trittin Beschuldigungen von sich, sein Ministerium hätte bisher keine konkreten Pläne, wie Deutschland weiterhin Emissionen einsparen wolle. Das sei "völliger Blödsinn". Mit dem System des Emissionshandels gebe es sogar eine feste Vorgabe, zusätzlich zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid einzusparen. Allerdings erwarte er auch von anderen Ministerien, dass die sich über die vereinbarten Reduktionsziele Gedanken machen.

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