Keine Gefährdung

Trittin: Gruselmärchen von "Vogelschredderanlagen" (aktualis.)

Bundesumweltminister Trittin sieht sich durch Studien der Naturschutzverbände in der Auffassung bestätigt, dass sich der Ausbau der Windenergie mit den Belangen des Natur- und Landschaftsschutzes vereinbaren lässt. Windräder als angebliche "Vogelschredderanlagen" gehörten ins Reich der Gruselmärchen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Windräder als angebliche "Vogelschredderanlagen" gehören ins Reich der Gruselmärchen. Das stellte Bundesumweltminister Jürgen Trittin in der Antwort der Bundesregierung auf eine "Kleine Anfrage" der FDP-Bundestagsfraktion klar.

Trittin: "Die öffentliche Diskussion um die Windenergie wird oft mit haarsträubenden Argumenten geführt. Da wird eine angebliche Gefährdung der Vogelwelt ins Feld geführt, um den Ausbau der Windenergie in Misskredit zu bringen. Ich begrüße es sehr, dass sich die deutschen Naturschutzverbände nicht auf dieses Spiel einlassen, sondern mit fundierten Untersuchungen zur Versachlichung der Diskussion beitragen."

Eine Studie des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) käme zu dem Ergebnis, dass die von Windenergieanlagen ausgehenden Beeinträchtigungen der Vogelfauna nicht in dem Maße eintreten, wie dies in der Vergangenheit vermutet wurde. Alte Schätzung waren von 500 000 Zusammenstößen pro Jahr ausgegangen. Bei den Brutvogelbeständen gebe es keinen statistisch signifikanten Nachweis, dass Windräder negative Auswirkungen hätten. Gefährdet sind nach der Studie jedoch Greifvögel wie Seeadler und Rotmilan sowie einige Fledermausarten. Aber insbesondere in den windenergiestarken Ländern Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein habe der Bestand des Seeadlers stetig zugenommen.

Der NABU hatte zuvor 127 Studien zur Vogelgefährdung durch Windanlagen ausgewertet und war zu dem Schluss gekommen, dass in Deutschland keine Vogelart in ihrem Bestand gefährdet sei. 100 000 bis 150 000 Tiere würde pro Jahr durch einen Zusammenstoß mit einem Windrad getötet werden, dass seien Kollisionsraten zwischen null und 60 Vögeln pro Turbine und Jahr.

"Auch der Deutsche Naturschutzring bestätigt, dass sich der Ausbau der Windenergie mit den Belangen des Natur- und Landschaftsschutzes vereinbaren lässt. Sowohl für den Naturschutz als auch für das Landschaftsbild müssen die auf kommunaler Ebene vorhandenen Steuerungsinstrumente genutzt werden. So werden im konkreten Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen standortspezifische Naturschutzbelange und Aspekte des Landschaftsbildes geprüft, bewertet und auch Auflagen formuliert", führte Trittin aus.

Kritik an Trittins Darstellungsweise kam hingegen von den Liberalen. Christel Happach-Kasan, Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion für ländliche Räume, warf Trittin vor, mit zweierlei Maß zu messen: "Wenn Vögel von Windrädern erschlagen werden, ist das laut Trittin ein Gruselmärchen. Doch laut Antwort der Bundesregierung wurden 44 Rotmilane, 27 Mäusebussarde, 13 Seeadler und 10 Turmfalken von Windrädern erschlagen und außerdem seit 1998 285 Fledermäuse verschiedener Arten." Das sei keine Bilanz, die einen weiteren ungezügelten Ausbau der Windenergienutzung als naturschutzpolitisch geboten erscheinen ließe, führte Happach-Kasan aus.

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