Investitionsboom durch Kyoto

Trittin für Ausweitung des Emissionshandels auf Flugverkehr

Umweltminister Jürgen Trittin befürwortet eine Ausweitung des Handels mit Emissionszertifikaten auf den Flugverkehr in Europa. Gleichzeitig erwartet er durch das Inkrafttreten des Kyotovertrages einen "Investitionsboom", der großen Schub für deutsche Klimaziele bringen soll.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) will die Ausweitung des Emissionshandels auf den Flugverkehr in Europa vorantreiben. "Wir werden einen solchen Weg auf jeden Fall unterstützen, wenn er in der zweiten Jahreshälfte in Brüssel diskutiert wird", sagte Trittin der in Berlin erscheinenden Zeitung "Tagesspiegel" (Mittwochsausgabe).

Ziel des Vorstoßes, den die britische Regierung in den Europäischen Rat einbringen will, ist es laut Zeitung, den europäischen Flugverkehr besser in die Klimapolitik einzubeziehen. Fluggesellschaften müssten dann Verschmutzungszertifikate für ihre Flüge kaufen. Laut Trittin könnten die europäischen Länder mit den Einnahmen ihre Entwicklungshilfeetats aufstocken oder Klimaschutzinvestitionen finanzieren.

Zum Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls am Dienstag kündigte Trittin der Zeitung zufolge einen Investitionsboom in der deutschen Energiewirtschaft an. "Zum ersten Mal seit zehn Jahren bereiten inländische und ausländische Investoren gewaltige Investitionen in neue Kraftwerke vor", sagte der Minister. Deutschland erlebe einen "regelrechten Innovationsboom". Wenn in zehn Jahren alle diese Kraftwerke gebaut seien, sagte Trittin, werde das einen "großen Schub für die deutschen Klimaziele" bringen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreise

    Die Atomsteuer wackelt

    Begleitet von öffentlichem Aufbegehren der Wirtschaft rückt die Bundesregierung möglicherweise von der geplanten Atomsteuer ab. Die schwarz-gelbe Koalition will sich bis zum Kabinettsbeschluss am 1. September nicht auf eine Brennelementsteuer festlegen.

  • Hochspannungsleitung

    Wirtschaft begehrt gegen schärfere Klimaschutzziele auf

    Die deutsche Wirtschaft wehrt sich vehement gegen die Pläne von Bundesregierung und EU-Kommission, den Klimaschutz in Europa stärker voranzutreiben und sprach diesbezüglich von "teuren Alleingängen", die man nicht mittragen könne. Umweltminister Röttgen will das 30-Prozent-Ziel notfalls auch ohne Einigung festschreiben.

  • Strom sparen

    Trittin: Zeitfenster von zehn Jahren für Klimawandel

    Umweltminister Jürgen Trittin unterstrich kürzlich im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, dass nur ein Zeitfenster von zehn Jahren für eine Beeinflussung des globalen Klimas zur Verfügung stehe. Nach Verstreichen dieser Frist sei eine befürchtete Klimaerwärmung "unumkehrbar".

  • Hochspannungsmasten

    Trittin: Emissionshandel startet pünktlich

    Am Emissionshandel nehmen 1849 Anlagen von etwa 1200 Unternehmen teil. In den Zuteilungsbescheiden, die die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) verschickte, ist festgelegt, wie viele kostenlose Emissionsberechtigungen jede der Anlagen für die kommenden drei Jahre erhält.

  • Hochspannungsleitung

    Vattenfall-Chef erwartet Übernahmewelle im Energiemarkt

    Eine zweite Übernahmewelle erwartet der Chef des schwedischen Stromkonzerns Vattenfall, Lars G. Josefsson, nach der vollständigen Liberalisierung des europäischen Energiemarktes 2007. Gleichzeitig schätzt er, dass regenerative Energien in den nächsten 15 Jahren weiterhin nur eine kleine Rolle spielen.

Top