Auskunft

Trittin fordert mehr Informationen zu Sellafield-Störfall

Nach Auffassung des Bundesumweltministeriums stellt sich im Zusammenhang mit dem Störfall an der englischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield die Frage, wieso dieses Ereignis erst mit wochenlanger Verzögerung bekanntgegeben wurde. Zudem wecke der Zwischenfall Zweifel an der sicheren Betriebsführung der Gesamtanlage.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Bundesumweltministerium hat die britische Atomaufsichtsbehörde NII wegen eines Störfalls in der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield um detaillierte Auskunft gebeten.

Beamte des Bundesumweltministeriums hatten sich unmittelbar, nachdem der Störfall durch Agenturmeldungen bekannt geworden war, mit dem Nuclear Installations Inspectorate (NII) in Verbindung gesetzt. Dabei wurde ihnen von der NII bestätigt, dass es in der Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield zu einem Rohrbruch gekommen sei, in dessen Folge knapp 20 Tonnen eines hochaktiven Uran/Plutonium-Gemisches in Form von konzentrierter Salpetersäure aus der defekten Rohrleitung in eine Auffangwanne im verbunkerten Anlagenteil geflossen seien.

Das Arbeitspersonal in der Anlage sei durch diesen Zwischenfall aufgrund ausreichender Betonabschirmungen nicht gefährdet gewesen, hieß es weiter. Auch eine Freisetzung von radioaktiven Stoffen aus der Anlage sei nicht erfolgt. Die Aufsichtsbehörde habe dennoch den Weiterbetrieb der Wiederaufarbeitung einstweilig untersagt.

Nach Auffassung des Bundesumweltministeriums stellt sich nun die Frage, wieso dieses gravierende Ereignis offenbar erst mit wochenlanger Verzögerung bekanntgegeben wurde. Zudem wecke der Zwischenfall Zweifel an der sicheren Betriebsführung der Gesamtanlage Sellafield.

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