Rückendeckung

Trittin besichtigt Wasserkraftwerke am Hochrhein

Bundesumweltminister Jürgen Trittin informierte sich heute auf Einladung von Professor Dr. Utz Claassen, Vorstandsvorsitzender der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, über den geplanten Neubau des NaturEnergie-Kraftwerks der EnBW-Tochter Energiedienst im südbadischen Rheinfelden.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Neubau des ältesten Flusskraftwerks Europas ist bundesweit das größte Bauvorhaben im Bereich der regenerativen Energien. Das Projekt kann jedoch nur verwirklicht werden, wenn der Neu- und Ausbau von großen Wasserkraftwerken durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert wird. So liegen die Stromgestehungskosten von neun Cent pro Kilowattstunde für die "Große" Wasserkraft deutlich über den Stromgestehungskosten für Kohle oder Kernkraft. Die Chancen für die Förderung durch das EEG steigen immerhin: Im Regierungsentwurf der EEG-Novelle, die derzeit in den Parlamentsausschüssen beraten wird, ist die Neue Große Wasserkraft ab fünf Megawatt Leistung enthalten. Darauf hatten sich zuvor Umwelt- und Wirtschaftsminister nach längeren Verhandlungen geeinigt.

Prof. Dr. Utz Claassen: "Im Energiemix der Zukunft müssen und werden die regenerativen Energien einen zunehmend wichtigen Beitrag leisten. Unter ihnen ist die große Wasserkraft aus unserer Sicht die wirkungsvollste und zuverlässigste. Die EnBW will deshalb ihr traditionell vorbildliches Engagement in diesem Bereich zum Nutzen aller fortsetzen und nach Möglichkeit erweitern."

Gerhard Haury, NaturEnergie-Aufsichtsratsvorsitzender und als Vorstand der Energiedienst AG "Bauherr" des neuen Wasserkraftwerks, wertet den Besuch Trittins und Claassens als Signal zum Aufbruch. Wenn das EEG mit der Neuen Großen Wasserkraft verabschiedet werde, könne man im Jahr 2005 über den Bau des Maschinenhauses entscheiden und spätestens 2012 mit dem neuen Kraftwerk ans Netz gehen: "Wir stehen gedanklich bereits in den Startlöchern". Derzeit wird im südbadischen Rheinfelden am Hochrhein bereits der erste Bauabschnitt, das neue Stauwehr, gebaut, das bis zum Jahr 2007 fertig gestellt wird. Der Bau des Stauwehrs kostet knapp 76 Millionen Euro, das gesamte Kraftwerk wird mit mehr als 400 Millionen Euro veranschlagt.

Durch den Neubau des Wasserkraftwerks Rheinfelden könnte zusätzlich emissionsfreier Strom für 165 000 Haushalte produziert werden. Die durchschnittliche Jahresproduktion soll im Vergleich zum Altkraftwerk von derzeit 185 Millionen Kilowattstunden auf 600 Millionen erhöht werden. Und: Das neue Kraftwerk wird auch beim Naturschutz eine Vorreiterrolle spielen. Die derzeitige Fischtreppe wird durch ein 800 Meter langes naturnahes Umgehungsgewässer ersetzt, das als Lachs-Laichgewässer fungieren soll.

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