Entwicklungspolitischer Aspekt der Erneuerbaren

Trittin: Bau eines neuen Atomkraftwerks in Deutschland wäre illegal

Im Gegensatz zur bayrischen Regierung, die sich in einem Strategiepapier den Neubau eines Atomkraftwerks offen hält, wiesen Umweltminister Jürgen Trittin, UNEP-Chef Klaus Töpfer und Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul auch auf die entwicklungspolitischen Aspekte der erneuerbaren Energien hin.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp/sm) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) weist angebliche Überlegungen Bayerns zum Bau eines neuen Atomkraftwerks zurück. Dies wäre "illegal", sagte Trittin am Donnerstag auf der Internationen Konferenz für Erneuerbare Energien in Bonn. Die Zeitung "Die Welt" hatte zuvor unter Hinweis auf ein Strategiepapier der bayerischen Staatsregierung berichtet, der Freistaat wolle sich die Option eines Neubaus offen halten.

Trittin warb auf der noch bis Freitag dauernden Bonner Konferenz mit Nachdruck für den Ausbau erneuerbaren Energien. In Deutschland sei eine "boomende Branche" mit 120 000 Arbeitsplätzen entstanden. Bis 2020 sollen in Deutschland 20 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen kommen. Von 1998 bis 2003 hätten sich die Kapazitäten in der Biomasseproduktion verdoppelt, bei der Windkraft vervierfacht und in der Fotovoltaik versechsfacht. Damit seien auch die Kosten für die Anlagen deutlich gesunken. Kostensenkungen seien das beste Mittel, erneuerbare Energien finanzierbar zu machen, gerade auch für die Länder des Südens.

Der Chef der UN-Umweltprogramms (UNEP), Klaus Töpfer, hob ebenfalls den entwicklungspolitischen Aspekt erneuerbarer Energien hervor. Wenn die Energie nicht zu den Menschen komme, kämen die Menschen zu den Energien. Die Entwicklung ländlicher Regionen gehe nur mit dem verstärkten Ausbau erneuerbaren Energien. Töpfer schlug ferner einen internationalen Umwelt-Stabilitätspakt mit Eckwerten und Sanktionen in Anlehnung an den europäischen Euro-Stabilitätspakt vor.

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) bezeichnete es als realistisch, einer Milliarde Menschen in den Entwicklungsländern Zugang zu erneuerbaren Energien zu verschaffen. Die regenerativen Energien gäben der Menschheit die große Chance, Klimaschutz und Armutsbekämpfung miteinander zu verbinden. Auch die aktuell hohen Ölpreise machten deutlich, dass ein Durchbruch bei den erneuerbaren Energien notwendig sei.

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