Ortstermin

Trittin: Atomausstieg bringt massive Entlastungen für Gorleben

Bundesumweltminister Trittin zeigte sich bei seinem Besuch im Landkreis Lüchow-Dannenberg von seiner Atompolitik überzeugt. Durch die Befristung der Laufzeiten von Kernkraftwerken reduziere sich die Menge des noch anfallenden Atommülls.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Anlässlich seines Besuchs im Landkreis Lüchow-Dannenberg hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin darauf hingewiesen, dass der mit dem Atomkonsens eingeleitete Ausstieg aus einer verfehlten Atom- und Energiepolitik die Entsorgungslasten für Gorleben deutlich mindert. "Durch die gesetzliche Befristung der Regellaufzeiten verringern wir die Menge des noch anfallenden Atommülls. Durch den Bau der standortnahen Zwischenlager reduzieren wir die Zahl der Atomtransporte und sorgen für eine gerechte Lastenteilung. Und durch den Stopp des Endlagerbaus beenden wir die politische Festlegung der Vorgängerregierungen auf den Standort Gorleben", zeigte sich Trittin heute bei einer Besichtigung des Bergwerk-Schachts, in dem die Erkundungsarbeiten infolge des Atomkonsenses seit einem Jahr unterbrochen sind, überzeugt.

Trittin sagte weiter, dass bei den von den Betreibern bei der Genehmigung immer unterstellten 40 Volllastjahren Nutzung der Atomkraftwerke eine mehr als 30 Prozent größere Menge von Atommüll zu entsorgen gewesen wäre. Für Gorleben ebenso wie für Ahaus entfalle dann der weitaus größte Teil der ursprünglich geplanten Transporte - die Anlieferung von abgebrannten Brennelementen aus den Atomkraftwerken. Es verblieben nur die Transporte zur Rücknahme von Abfällen aus dem Ausland, zu denen die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet ist. Derzeit ist für die nächsten Jahre der Rücktransport von jährlich zwölf Behältern mit verglasten Abfällen aus Frankreich nach Gorleben vorgesehen. Voraussichtlich ab 2005 werden nochmals jährlich sechs Behälter aus Großbritannien hinzukommen.

Zudem erklärte Trittin, dass der Kurswechsel in der Endlagerpolitik des Bundes notwendig geworden sei, weil Zweifel an der Eignung von Gorleben bestehen und weil weitere Standorte in unterschiedlichen Wirtsgesteinen untersucht und miteinander verglichen werden sollen. Die Erkundungsarbeiten blieben bis zur Klärung der Zweifelsfragen zum Salzstock Gorleben unterbrochen. Dabei betonte er, dass sich Gorleben später, falls die Nichteignung des Standortes nicht schon anhand der Kriterien offensichtlich geworden sei, den gleichen Anforderungen stellen müsse wie andere Standorte. "Eine Bevorzugung von Gorleben wird es keinesfalls geben. Aber nur wenn sich der Standort Gorleben im Vergleich zu anderen Standorten als aussichtsreich erweist, ist eine weitere Erkundung zu rechtfertigen. Ein Sicherheitsdefizit im Vergleich zu anderen Standorten, das zukünftige Generationen tragen würden, lasse ich nicht zu."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Atomkraft

    Deutschland unterstützt Kiew weiter bei Tschernobyl-Folgen

    Deutschland will die Ukraine weiter bei der Finanzierung der Folgen des Super-Gaus in Tschernobyl unterstützen. Noch immer wurde die neue Schutzhülle, die vor der radioaktiven Strahlung der dort lagernden Abfälle schützen soll, fertiggestellt.

  • Atomenergie

    Medien: Kommission schlägt Atom-Entsorgungs-Pakt vor

    Bis 2022 soll auch der letzte Atommeiler ausgeschaltet werden. Wo die verstrahlten Überreste der Anlagen verbleiben sollen und wer für die Entsorgung aufkommen soll, steht hingegen noch nicht fest. Ein neuer Vorschlag der Atom-Kommission sieht einen Finanzpakt zwischen den Konzernen und dem Staat vor.

  • Hochspannungsmasten

    Trittin: Energiewende noch engagierter vorantreiben

    Bei der Eröffnung des elften Atomrechtssymposium sprach sich Umweltminister Jürgen Trittin dafür aus, das neue Atomgesetz zügig zu verabschieden, da Windkraftanlagen kein Angriffsziel für Terroristen seien.

  • Strompreise

    Greenpeace: Geplante Atomtransporte sind "Spiel mit dem Feuer"

    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert einen sofortigen Transportstopp für Atommüll, weil diese bei der derzeitigen Sicherheitslage ein "Spiel mit dem Feuer" seien.

  • Stromnetz Ausbau

    Greenpeace fordert Ablehnung der Atom-Novelle

    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht im vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Energiewirtschaftsrechts einen "eklatanten Widerspruch zu rot-grünen Wahlversprechen".

Top