Morgen ist Schluss

Trittin: Abschaltung des AKW Obrigheim ist ein "Stück Energiewende"

Während sich Umweltminister Jürgen Trittin vom Abschalten des AKWs Obrigheim morgen erfreut zeigte und von einem "neuen Energiezeitalter" sprach, warf ihm der Umweltexperte der CDU, Peter Paziorek die Verschwendung von Steuergeldern für ideologische Zwecke vor. Auch von BW-Wirtschaftsminister Pfister hagelte es Kritik.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Obrigheim/Berlin/Stuttgart (ddp/sm) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat die für Mittwoch angekündigte Abschaltung des baden-württembergischen Atomkraftwerks Obrigheim als "ein weiteres Stück Energiewende" bezeichnet. Nach den Atomkraftwerken in Mülheim-Kärlich und Stade werde nun das dritte Kernkraftwerk in Deutschland endgültig stillgelegt, sagte Trittin am Dienstag in Berlin.

"Von ursprünglich 49 geplanten und 20 genehmigten Atomkraftwerken laufen dann noch 17", fügte der Minister hinzu. Zuvor hatte das baden-württembergische Umweltministerium den Abschalttermin 11. Mai bekannt gegeben.

In Deutschland habe "ein neues Energiezeitalter begonnen", betonte Trittin. Die Zukunft gehöre den erneuerbaren Energien und der Energieeinsparung. Atomkraftwerke seien "Auslaufmodelle der Energieverschwendung". Das AKW Obrigheim - das älteste Kernkraftwerk in Deutschland - besitze nach 36 Jahren Laufzeit eine "museumsreife Technologie", sagte der Grünen-Minister.

Unions-Umweltexperte Peter Paziorek (CDU) warf Trittin vor, die Stilllegung des Kernkraftwerks "für seine ideologischen Zwecke zu nutzen". Dabei schrecke Trittin nicht davor zurück, Steuergelder zu verschwenden. So habe Trittin in einer Auflage von 1,3 Millionen Stück die Broschüre "Obrigheim - Magazin zum Abschalten" herausgegeben und in Berlin ein Riesenposter mit dem Titel "Abschalten und Umdenken" anbringen lassen.

Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) nannte die Obrigheim-Abschaltung eine "besonders krasse Form der Kapitalvernichtung". Aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen spreche alles dafür, "die Laufzeit der Kernkraftwerke in Baden-Württemberg zu verlängern", sagte Pfister in Stuttgart.

Die Stilllegung des Kernkraftwerks Obrigheim ist Folge des Atomkonsenses, der 2001 zwischen Bundesregierung und den Energiekonzernen vereinbart worden war. Das AKW Obrigheim im Neckar-Odenwald-Kreis nahm 1969 den kommerziellen Betrieb auf.

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