Gerichtsverfahren läuft

Trendwende: E.ON-Hanse will Kalkulation offen legen

Der Hamburger Gasversorger E.ON Hanse, der sich momentan in einem Rechtsstreit mit diversen Verbrauchern befindet, die die Rechtmäßigkeit der Gaspreiserhöhungen nicht anerkennen wollen, hat gestern angekündigt, bis 21. November seine Kalkulation offen zu legen. Verbraucherschützer sehen das als "Trendwende".

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Hamburg (ddp/sm) - Im Rechtsstreit um zu hohe Gaspreise hat die Verbraucherzentrale Hamburg die Ankündigung des Energieversorgers E.ON Hanse zur Offenlegung seiner Kalkulation als "Trendwende" bezeichnet. Geschäftsführer Günter Hörmann sprach von einer Signalwirkung, wenn erstmals ein Gasversorger Einblick in seine Preisberechnung nehmen lasse.

"Wir sind sehr neugierig", sagte Hörmann am Donnerstag. Er wertete die Entscheidung als Einlenken. Es bleibe allerdings abzuwarten, ob wirklich die gesamte Kalkulation offen gelegt werde. Auch der Deutsche Mieterbund (DMB) wertete die Ankündigung als Erfolg der bundesweiten Verbraucherproteste gegen die stark gestiegenen Gaspreise. "Der Protest von mehreren hunderttausend Mietern und Verbrauchern zahlt sich jetzt aus", kommentierte Direktor Franz-Georg Rips. "Der Versuch, Verbraucher, Mieter und Vermieter für dumm zu verkaufen, muss scheitern", fügte er hinzu. Rips forderte die Verbraucher zu einer Fortsetzung der Proteste gegen die Energieversorger auf.

Vor dem Hamburger Landgericht findet seit Mitte September ein Prozess gegen E.ON Hanse statt. Das Gericht verhandelt über eine Sammelklage von 52 Gaskunden, die von der Verbraucherzentrale Hamburg koordiniert wird. Zuvor hatte E.ON Hanse seit dem vergangenen Herbst die Gaspreise dreimal um insgesamt 25 Prozent erhöht. Als Grund wurden die weltweit gestiegene Nachfrage nach Gas und die Ölpreisbindung angeführt. Die Kunden werfen dem Unternehmen hingegen unbegründete Preiserhöhungen vor. Sie wollten erreichen, dass der Versorger seine Kalkulation offen legt. Ihrer Auffassung nach muss ein Anbieter die Angemessenheit seiner Preise den Kunden gegenüber nachweisen. Es ist das erste Mal, dass deutsche Verbraucher gegen einen Energieversorger klagen. Mit einer Entscheidung wird für den 8. Dezember gerechnet.

E.ON Hanse hatte am Mittwochabend mitgeteilt, seine Kalkulation offen legen zu wollen. "Wir haben nichts zu verbergen", sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Jakob Tiessen. "Wir wollen alle Zweifel an der Angemessenheit unserer Preise ausräumen", fügte er hinzu. Das Gericht habe E.ON Hanse bis zum 21. November Zeit gegeben, entsprechende Unterlagen einzureichen.

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