Im Atommarkt mitmischen

Total will sich an neuem EPR in Frankreich beteiligen

Total will sich mit mindestens zehn Prozent am Bau des zweiten Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Frankreich beteiligen. Total wolle nicht nur Finanzpartner sein, sondern strebe eine "bedeutende Beteiligung in zweistelliger Höhe" an, sagte Konzernchef Christophe de Margerie der Wirtschaftszeitung "Les Echos" vom Montag.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (AFP/sm) - De Margerie hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, Total wolle mittelfristig stärker auf Atomkraft setzen.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte den Bau durch die Energiekonzerne EDF und GDF Suez Ende Januar angekündigt. Total verhandelt derzeit gemeinsam mit GDF-Suez und dem französischen Atomkonzern Areva auch über den Verkauf von zwei EPR-Reaktoren an das Emirat Abu Dhabi. "Wir haben den klaren Willen, uns Know-how in diesem Bereich anzueignen, um eines Tages ein echter Akteur beim Betrieb von Kraftwerken zu werden", sagte de Margerie "Les Echos".

Der EPR, den Areva und der deutsche Siemens-Konzern entwickelt haben, gilt als leistungsfähiger und sicherer als bisherige Atomkraftwerke. Frankreich, das drei Viertel seines Stroms in Atomkraftwerken erzeugt, will mit ihm alte Kraftwerke ersetzen. Im nordfranzösischen Flamanville am Ärmelkanal wird ein erster EPR gebaut, der 2012 fertig sein soll. Davor wurde in Finnland bereits mit der Errichtung des ersten EPR-Reaktor überhaupt begonnen. Er sollte ursprünglich in diesem Jahr fertig werden, geht aber nach Verzögerungen nicht vor 2012 ans Netz.

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