Berater für Solarprojekt

Töpfer und Joschka Fischer für Spitzenposition bei Desertec?

Der frühere Chef des UN-Umweltprogramms und Bundesumweltminister Klaus Töpfer sowie Ex-Außenminister Joschka Fischer sind nach Medienberichten für eine Spitzenposition beim Wüstenstromprojekt Desertec im Gespräch.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstagsausgabe) berichtete, Töpfer sei aussichtsreicher Kandidat. Laut "manager Magazins" soll auch Fischer einer von drei Kandidaten für den Berater-Posten in dem Solargroßprojekt sein.

Für das Projekt haben sich mehrere Konzerne zusammengeschlossen, darunter Siemens, RWE, E.ON und die Münchener Rück. Ziel des Vorhabens ist es, ab 2020 in großem Stil Solarstrom in Nordafrika und auf der arabischen Halbinsel zu produzieren und gegebenenfalls bis nach Westeuropa weiterzuleiten.

Töpfer für Interessen der Dritten Welt

Der frühere Bundespolitiker Töpfer gilt laut "SZ"-Bericht" bei mehreren Unternehmen als Wunschkandidat für einen Spitzenjob. Als Chef der UN-Umweltbehörde in Nairobi hatte er sich internationale Anerkennung erarbeitet und galt gerade in Afrika als wichtiger Anwalt der Interessen der Dritten Welt. Die Personalie bei Desertec soll bis Ende Oktober beschlossen werden, berichtet die Zeitung weiter. Der "SZ"-Bericht widersprach ferner den Informationen des "manager magazins", wonach auch Joschka Fischer zum engeren Kandidatenkreis gehört.

Zweiter Energie-Beraterjob für Fischer

Für Fischer wäre der Desertec-Posten der zweite spektakuläre Beraterjob im Energiegeschäft binnen weniger Monate. Seit Anfang Juli ist der grüne Ex-Politiker bereits für das Gaspipelineprojekt Nabucco als politischer Kommunikator im Einsatz. Mit der 3300 Kilometer langen Leitung soll ab 2014 Erdgas aus Zentralasien über die Türkei nach Europa gepumpt werden. Die EU verspricht sich von dem Projekt mehr Unabhängigkeit von ihrem größten Erdgaslieferanten Russland.

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