Entscheidung

BREKO fordert "letzte Meile" von unter neun Euro

Voraussichtlich am Freitag wird der Regulierer verkünden, welchen Preis die Telekom-Wettbewerber künftig für die so genannte "letzte Meile" zum Kunden zahlen müssen. Die Telekom will den Preis anheben, die Konkurrenten wollen ihn senken.

Festnetztelefon© Sven Bähren / Fotolia.com

Ende dieser Woche entscheidet die Bundesnetzagentur über die Höhe der neuen Entgelte für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL), also das letzte Stück der Leitung hin zum Kunden. Voraussichtlich am Mittwoch findet die Abstimmung mit dem Kartellamt statt. Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) rechnet für Freitag mit einer Verkündung der von April an gültigen Preise.

Profiteure: Anbieter ohne eigenes Netz

Der Verband hatte eine Absenkung der Monatsmiete für die letzte Meile von 10,65 Euro auf unter 9 Euro gefordert, während die Telekom 12,03 Euro geltend macht. Der Ex-Monopolist sieht für eine Erhöhung insbesondere die "besonderen Lasten" verantwortlich, "die die Deutsche Telekom für den sozialverträglichen Personalumbau trägt." BREKO-Präsident Peer Knauer sieht eine sachliche Entgeltentscheidung akut bedroht wegen der Einmischung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die die Regulierung für einen Beschäftigungsabbau verantwortlich macht: "Die Schuldzuweisungen von Verdi an die Netzagentur sind unerträglich. Die Resolution der Gewerkschaft an die Behörde ist ein Manifest der Fortschrittsverhinderer."

Der Verband sieht die Bundesnetzagentur in der Pflicht, wieder für fairen Wettbewerb der Geschäftsmodelle zu sorgen. Während die TAL-Preise für BREKO-Mitglieder wie Arcor, Versatel, HanseNet, EWE TEL oder NetCologne seit 1998 der Regulierung unterliegen, sind die Vorleistungspreise zwischen der Telekom und den Resellern, die über kein eigenes Netz verfügen, weiterhin frei aushandelbar. Aufgrund dessen sei es zwischen 2004 und 2006 den Resellern durch Einkaufsvorteile möglich geworden, ihre DSL-Anschlusszahl zu verdreizehnfachen, während die BREKO-Unternehmen ihre lediglich um den Faktor drei erhöhen konnten.

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