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Tipp für ökologisches und ökonomisches Heizsystem: Wärmepumpen

Die Heizung ist der größte Posten unter den Betriebskosten für ein Haus. Angesichts steigender Öl- und Gaspreise lohnt es sich, über alternative Energiequellen nachzudenken, die auf Dauer günstiger sind als fossile Brennstoffe. Eine Möglichkeit ist die Energiegewinnung mit Wärmepumpen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Sie zapfen die Energie der Umgebung an, wie Außenluft, Grundwasser oder Erdwärme, und geben sie an das Innere des Hauses ab. Allerdings sind die Investitionskosten für solch eine Heizanlage höher als für herkömmliche Heizungen. Dafür hat man aber über Jahre niedrigere Heizkosten.

Wärmepumpen rechnen sich vor allem in Häusern mit besonders gutem Wärmeschutz, so die Verbraucherzentrale Thüringen. Denn mit abnehmendem Wärmebedarf nehme auch der Investitionsbedarf für die Erschließung der Wärmequelle ab. Welche Technik eingesetzt wird, hängt weit gehend von den Gegebenheiten auf dem Grundstück ab. Energetisch recht günstig sind Erdkollektoren. Sie nutzen den Umstand, dass auch im Winter die Temperaturen in ein bis zwei Meter Bodentiefe nicht unter fünf Grad sinken.

Die Wärmeenergie wird mit Hilfe eines großflächig verlegten Rohrsystems im Erdreich aufgenommen und der Wärmepumpe zugeführt. Der Flächenbedarf beträgt das Ein- bis Anderthalbfache der zu beheizenden Wohnfläche. Erdkollektoren eignen sich daher besonders für Neubauten mit einem noch unbewachsenen Garten. Wer nicht soviel Fläche zur Verfügung hat, kann Erdsonden verwenden.

Die sind sogar noch effektiver als Erdkollektoren, aber auch teurer. Für die Sonden werden 100 bis 150 Meter tiefe Löcher ins Erdreich gebohrt, in die dann die Rohre verbracht werden. Die Thüringer Verbraucherzentrale verweist darauf, dass Erdsonden nicht ohne wasserrechtliche Genehmigung verlegt werden dürfen. In Trinkwassergewinnungsgebieten wird diese nicht erteilt.

Technisch möglich und auch sehr ergiebig ist die Nutzung der Energie aus dem Grundwasser. Denn es hat das ganze Jahr über eine Temperatur von acht bis zehn Grad. Voraussetzung ist, dass ein ausreichendes Grundwasservorkommen in einer Tiefe von maximal 15 Metern vorhanden ist. Allerdings geben die Verbraucherschützer zu bedenken, dass die zuständigen Behörden bei der Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigungen sehr restriktiv handeln, da sie dem Schutz des Grundwassers einen hohen Wert beimessen.

Ist die geeignete Wärmequelle gefunden, muss der Bauherr sich für eine bestimmte Betriebsweise seiner Wärmepumpe entscheiden. Der monovalente Betrieb deckt den kompletten Wärmebedarf im Haus ab. Oft wird die bivalente Variante gewählt. Dabei wird die Wärmepumpe ergänzend zur konventionellen Heizanlage genutzt. Wärmepumpen werden üblicherweise mit Strom betrieben. Wer auf ein effizientes Heiz- und Warmwasseraufbereitungssystem Wert legt, sollte auf die Kennziffer "Arbeitszahl" achten. Sie bezeichnet das Verhältnis der abgegebenen Wärmeenergie zur aufgewendeten elektrischen Energie. Nur Elektro-Wärmepumpen mit Jahresarbeitszahlen von über 3,8 seien sinnvoll, so die Thüringer Verbraucherzentrale.

Von ddp.vwd-Korrespondent Reiner Fischer

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