Sperrminorität behalten

Tiefensee: Jena verkauft VNG-Anteil nicht an EWE

Der Machtkampf um die Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) scheint sich zu entspannen. Die thüringische Stadt Jena werde ihren einprozentigen Aktienanteil an der VNG nicht an den Oldenburger Energieversorger EWE verkaufen, womit die ostdeutschen Kommunen ihre Sperrminorität behalten.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Nach einem Treffen mit dem Jenaer Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) und dem EWE-Vorstandsvorsitzenden Werner Brinker sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der Kaufvertrag sei aufgelöst worden.

Mit dem Jenaer Anteil hätte EWE mehr Einfluss bei VNG bekommen. Insgesamt halten zwölf ostdeutsche Kommunen laut Ministerium einen Anteil von 25,8 Prozent an dem Verbundnetz. Diese würden mit einem Verkauf ihre Sperrminorität verlieren, während EWE durch einen Ankauf seinen Anteil von bisher 47,9 Prozent anheben könnte. Seit diesem Jahr steht es Schröter zufolge allen beteiligten Kommunen frei, ihre Anteile zu verkaufen.

Tiefensee will kommunale Trägerschaft sichern

Tiefensee sagte, mit der Einigung stehe die Tür offen, in den kommenden Monaten für Klarheit zu sorgen, was die Aktionärsstruktur angeht. Sein Interesse liege darin, die VNG mit Hauptsitz in Leipzig zu halten und unter der kommunalen Trägerschaft zu sichern. An dem Standort sind 600 Menschen beschäftigt.

Die in der Beteiligungsgesellschaft VuB zusammengeschlossenen Kommunen können Schröter zufolge nun den Jenaer Anteil erwerben. Schröter betonte: "Wir werden die Aktien nicht bedingungslos anbieten". Das Angebot der VuB solle über dem der EWE liegen. Sonst würde man sich neue Partner suchen. Den konkreten Preis von EWE für den einprozentigen Aktienanteil wollte Schröter nicht nennen. Er liege im "ersten 20er Millionen-Bereich".

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