Missbrauch?!

Thüringer Wirtschaftsministerium überprüft Gaspreise

Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz wird die 29 Energieversorger im Freistaat anschreiben und nach den genauen Begründungen für geplante Preiserhöhungen fragen. Diese sollen dann genau geprüft werden. Falls sie nicht überzeugen, will der Minister ein Missbrauchsverfahren einleiten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (red) - Das Thüringer Wirtschaftsministerium wird die Preisentwicklung bei Thüringer Gasversorgern unter die Lupe nehmen. Das hat Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz in dieser Woche angekündigt. In den nächsten Tagen soll dazu eine Abfrage unter den 29 Stadtwerken im Freistaat gestartet werden. Reinholz begrüßte zugleich das Vorhaben des Bundeskartellamts, Preiserhöhungen bei überregional tätigen Gasversorgern zu überprüfen.

"Weiter steigende Gaspreise sind für Wirtschaft und Privathaushalte kaum noch zu verkraften", erläuterte Reinholz den Vorstoß seines Ministeriums. Angekündigte oder geplante Preiserhöhungen bei Thüringer Gasversorgern würden deshalb durch das Wirtschaftsministerium als zuständige Landeskartellbehörde genau geprüft. "Da wir keine drastischen Preiserhöhungen bei den Vorlieferanten beobachten, erscheint eine solche Überprüfung gerechtfertigt."

Erneut kritisierte Reinholz die Bindung der Gaspreise an die Preisentwicklung für leichtes Heizöl. "Dafür gibt es heute keinen sachlichen Grund mehr", sagte der Minister. Im Gegenteil widerpreche die Ölpreisbindung dem Gedanken der Liberalisierung des Gasmarkts. "Dauerhöchstpreise beim Heizöl dürfen nicht automatisch zu Dauerhöchstpreisen beim Gas führen", forderte Reinholz.

In Schreiben an die Thüringer Gasversorger, die in den kommenden Tagen verschickt werden, möchte das Wirtschaftsministerium wissen, ob Preiserhöhungen geplant sind und - falls ja - wie diese Preiserhöhungen begründet werden. "Wir werden diese Begründungen sehr genau prüfen und behalten uns vor, gegebenenfalls Missbrauchsverfahren einzuleiten", versprach Reinholz.

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