Vorerst abgelehnt

Thüringen: Stadtwerke dürfen Strompreise nicht erhöhen

Den Kunden von Stadtwerken in Thüringen droht vorerst keine Strompreiserhöhung. Entsprechende Anträge von 23 kommunalen Stromversorgern seien bislang nicht genehmigt worden, teilte das Wirtschaftsministerium am Freitag in Erfurt mit. Fünf Stadtwerke verfolgten dagegen eine Unternehmensstrategie im Kundeninteresse.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Die Strompreiserhöhungen seien "nach gegenwärtigem Verfahrenstand überwiegend nicht genehmigungsfähig". Die Stadtwerke könnten dazu nun bis zum 12. Januar Stellung nehmen.

Den Angaben zufolge wollen die Unternehmen ihre Preise um 0,6 bis 2,5 Cent je Kilowattstunde anheben. Die Stadtwerke verlangten eine Erhöhung, obwohl die Bundesnetzagentur die Netzkosten der Unternehmen noch nicht abschließend geprüft habe. Da eine Senkung der Netz-Entgelte zu erwarten sei, müsse dies aber eigentlich auch zu einer Verringerung der Tarifpreise führen, hieß es.

Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) sagte dazu: "Erst wenn klar ist, in welcher Höhe die Bundesnetzagentur den Stromanbietern Netzentgelte genehmigt, ist eine seriöse Prüfung möglich". Er fügte hinzu: "Ich habe kein Verständnis dafür, wenn ein Unternehmen ungünstig Strom eingekauft hat und von uns erwartet, dass wir deshalb Stromtarifpreiserhöhungen genehmigen und den Haushalten in Thüringen die Kosten aufbürden."

Wie das Ministerium weiter mitteilt, haben die Stadtwerke Erfurt keinen Antrag auf Tariferhöhung gestellt und ihre Tarifpreise zum 1.November 2006 um 0,28 Cent pro kilowattstunde gesenkt. Mit den Stadtwerken Altenburg, Sömmerda, Sonneberg werde zur Zeit noch verhandelt. Die Stadtwerke Jena-Pößneck erhielten eine Tarifgenehmigung, die den zur Zeit gültigen Tarif als Nettopreis bestätigt und das Unternehmen verpflichtet, seine Preise abzusenken, sobald die Bundesnetzagentur die Netzkosten des Unternehmens geprüft und mit der Erteilung einer Netzentgeltgenehmigung beschieden hat. Dies werde aller Voraussicht nach noch im Januar der Fall sein.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromvergleich

    Strompreise steigen vielfach zum Jahreswechsel

    Die Strompreise steigen zum neuen Jahr bei vielen Versorgern. Dem Portal Verivox zufolge haben gut 250 Stromanbieter angekündigt, die Preise zu erhöhen. Niedrigere Preise sind dagegen nur bei wenigen Anbietern zu erwarten.

  • Netzausbau

    Forscher: Netzkosten in Deutschland gerechter verteilen

    Die Netzkosten in Deutschland sollten gerechter verteilt werden, fordern die Forscher von Agora Energiewende. Konkret heißt das, die kosten sollten bundesweit einheitlich sein. Derzeit werden sie regional unterschiedlich berechnet.

  • Strom sparen

    Drewag dreht erneut an der Preisschraube

    Auch die Dresdner Stadtwerke Drewag läuten zum 1.Januar die nächste Runde bei den Energiepreiserhöhungen ein. An dem kommenden Jahr müssen die Verbraucher pro Kilowattstunde 2,09 Cent mehr bezahlen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Grund seien gestiegene Beschaffungskosten und Abgaben.

  • Hochspannungsleitung

    VBEW: Staat und Großhandelsmarkt treiben Strompreise

    Als Beitrag zur Diskussion um die Strompreise verweist der Verband der bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW) darauf, dass die reinen Strompreise für einen Drei-Personen-Haushalt trotz der zwischenzeitlichen Kostensteigerungen heute immer noch um sieben Prozent günstiger seien als vor der Liberalisierung.

  • Energieversorung

    Bremer Genossenschaft will Stadtwerken Konkurrenz machen

    Ab April will die Bremer Energiehaus Genossenschaft (BEnergie) den Gasversorgern in Bremen und Niedersachsen Konkurrenz machen. Angestrebt sei ein Preisvorteil von 50 Euro pro Haushalt, sagt Vorstandssprecher Jürgen Franke. Möglich werde dies durch die Zusammenarbeit mit einem niederländischen Lieferanten.

Top