Trotz leerer Kassen

Thüringen Spitze bei Nutzung alternativer Energieträger

Seit der Wende entstanden in Thüringen 137 Wasserkraftwerke, 1134 photovoltaische, 8239 solarthermische Anlagen sowie 110 Windkraft- und 8099 Biomassenutzungsanlagen. Insgesamt wurden mehr als 345 Millionen Euro investiert. 7,2 Prozent des Primärenergiebedarfs sind werden dadurch gedeckt.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Alternative Energieträger setzen sich in Thüringen zunehmend durch. Derzeit würden 7,2 Prozent des Primärenergiebedarfes aus regenerativen Quellen gespeist, teilte das Agrarministerium am Montag in Erfurt mit. Damit sei die eigentlich bis zum Ende des Jahrzehnts anvisierte Zielstellung des Thüringer Klimaschutzprogrammes bereits zur Halbzeit erreicht.

Der Freistaat nehme bei der Nutzung alternativer Energieträger im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz ein. Laut Wirtschaftsministerium gab Thüringen seit der Wende rund 58 Millionen Euro für die Förderung erneuerbare Energiequellen aus.

Allein im Vorjahr wurden nach Angaben des Wirtschaftsministerium der Bau von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien mit 3,8 Millionen Euro gefördert. Damit seien Investitionen in einer Gesamthöhe von knapp 23 Millionen Euro angestoßen worden. Mit knapp 2,2 Millionen Euro sei der Löwenanteil der Fördergelder in die Errichtung von Anlagen für die Energiegewinnung aus Biomasse geflossen. 1,2 Millionen Euro kamen dem Bau von Solaranlagen zugute.

Den Angaben zufolge wurden im Vorjahr 1408 Biomasse-Anlagen mit einer thermischen Leistung von zusammen 36,3 Megawatt im Freistaat errichtet. Der Schwerpunkt habe dabei auf der Verwendung von Holz und Holzpellets gelegen. Hinzu kamen 140 Photovoltaik-Anlagen und 223 solarthermische Anlagen. 24-mal wurden Einrichtungen zur Nutzung geothermischer Wärme gefördert.

Seit der Wende wurden im Land den Angaben zufolge 137 Wasserkraftwerke, 1134 photovoltaische, 8239 solarthermische Anlagen sowie 110 Windkraft- und 8 099 Biomassenutzungsanlagen errichtet. Hinzu kamen 22 Blockheizkraftwerke. Insgesamt wurden mehr als 345 Millionen Euro investiert.

Laut Agrarministerium setzt Thüringen in Zukunft unter anderem große Hoffnungen in die Energiegewinnung aus Biogas. Derzeit würden 20 Prozent der in den Tiermastbetrieben des Freistaates anfallenden Gülle in Biogasanlagen verarbeitet. In den kommenden zwei Jahren sei ein deutlicher Ausbau dieser Technologie zu erwarten.

Von Stephan Hövelmans

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