Missbrauch

Thüringen prüft Kartellverfahren gegen vier Gasversorger

Das Thüringer Wirtschaftsministerium prüft die Einleitung von Kartellverfahren gegen vier regionale Gasversorger. Gleichzeitig kritisierte Wirtschaftsminister Reinholz die Preiserhöhungen, die Schmerzgrenze sei überschritten. Er forderte die schnelle Einrichtung einer Kontrollinstanz.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Das Land Thüringen prüft die Einleitung von Kartellverfahren gegen vier Gasversorger. Das teilte das Wirtschaftsministerium gestern in Erfurt mit. Die Behörde hatte in den vergangenen Wochen die Preisentwicklung bei den 29 Thüringer Gasversorgern unter die Lupe genommen.

Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) kritisierte die angekündigten Preiserhöhungen verschiedener überregionaler Versorger. "Das führt zu erheblichen Belastungen bei Unternehmen und Verbrauchern", erklärte er. Zugleich warnte er vor weiteren Gaspreiserhöhungen im Freistaat: "Die Schmerzgrenze ist überschritten."

Weiter unterstützte Reinholz die Absicht des Bundeskartellamts, Preiserhöhungen bei überregional tätigen Gasversorgungsunternehmen kartellrechtlich zu prüfen. Er forderte zudem die rasche Einrichtung einer bundesweiten Regulierungsstelle für den Energiemarkt. Die Regulierungsstelle existiere bislang nur auf dem Papier, obwohl sie nach EU-Recht bereits zum Mitte dieses Jahres ihre Arbeit hätte aufnehmen müssen.

Anders als bei den Strompreisen bedürfen Gaspreiserhöhungen den Angaben zufolge keiner Genehmigung, sondern unterlägen lediglich einer nachträglichen Missbrauchskontrolle durch das zuständige Landeskartellamt.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    Thüringen will Windkraft stärker als bisher nutzen

    Thüringen will die Windkraft deutlich stärker nutzen als bisher. Es sei realistisch, Windkraftanlagen auf einem Prozent der Landesfläche zu errichten, sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung eines Positionspapiers zur Nutzung der Windenergie.

  • Energieversorung

    Mehrere E.ON-Töchter erhöhen Strompreise (Upd.)

    Mehrere Töchter des Energiekonzerns E.ON erhöhen ab Mai ihre Strompreise. Davon betroffen ist neben dem Norden auch der Süden Deutschlands. In Thürigen will der Stromanbieter indes die Preise bis Ende des Jahres stabil halten.

  • Hochspannungsmasten

    Gaspreis: Harter Winter für Verbraucher und Versorger

    Nach heftiger Kritik von Industrie, Verbraucherverbänden und Privatkunden will das Bundeskartellamt die erhöhten Gaspreise unter die Lupe nehmen. Im Visier der Wettbewerbshüter ist u.a. E.ON Hanse, das seit Oktober einen zehn Prozent höheren Tarif berechnet. Der Versorger fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.

  • Hochspannungsleitung

    Thüringer Wirtschaftsministerium überprüft Gaspreise

    Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz wird die 29 Energieversorger im Freistaat anschreiben und nach den genauen Begründungen für geplante Preiserhöhungen fragen. Diese sollen dann genau geprüft werden. Falls sie nicht überzeugen, will der Minister ein Missbrauchsverfahren einleiten.

  • Strom sparen

    Diskussion um Strompreiserhöhungen: Wie transparent sind die deutschen Strompreise?

    Die Diskussion über die neuerlich geplanten Erhöhungen der Energiepreise in Deutschland schlägt hohe Wellen: Der BDI, nicht gerade als großer Energiewirtschaftskritiker bekannt, spricht von Deindutrialisierung und alleiniger Schuld der Konzerne für die derzeitige Situation. Künast fordert mehr Transparenz.

Top