Hohe Preise

Thüringen leitet Kartellverfahren gegen sieben Gasversorger ein

Die Energieversorgung Gera, die Stadtwerke Gotha, die Energieversorgung Greiz, die Energieversorgung Inselsberg, die Energieversorgung Nordhausen, die Stadtwerke Saalfeld und die Stadtwerke Sondershausen werden wegen hoher Gaspreise derzeit vom thüringischen Wirtschaftsministerium kartellrechtlich überprüft.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Das thüringer Wirtschaftsministerium hat kartellrechtliche Verfahren gegen sieben Thüringer Gasversorger eingeleitet. Grund sei der Verdacht auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung, teilte das Ministerium heute in Erfurt mit. Betroffen seien Unternehmen, die nach den neuerlichen Preiserhöhungen deutlich über dem Durchschnittspreis aller Thüringer Anbieter lägen. Die betroffenen Gasversorger seien über das Kartellverfahren informiert und aufgefordert worden, ihre Preise wieder zu senken.

Den Angaben nach werden die Energieversorgung Gera, die Stadtwerke Gotha, die Energieversorgung Greiz, die Energieversorgung Inselsberg, die Energieversorgung Nordhausen, die Stadtwerke Saalfeld und die Stadtwerke Sondershausen überprüft. Die Preisunterschiede zwischen dem billigsten und dem teuersten Gasversorger erreichten derzeit bis zu 20 Prozent. Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) erklärte: "Überhöhte Preise, die Wirtschaft und Verbraucher belasten, werden wir nicht akzeptieren."

Das Wirtschaftsministerium hatte zum 1. Oktober 2004 und zum 1. Januar 2005 die Preise der 29 Thüringer Gasversorgungsunternehmen und des Regionalversorgers Gasversorgung Thüringen GmbH abgefragt und mit einer Erhebung vom 1. Oktober 2003 verglichen. Dabei wurde den Angaben zufolge festgestellt, dass alle Unternehmen im Vergleich zu 2003 ihre Preise erhöht haben. Die Aufschläge lagen zwischen 1,5 und fast 19 Prozent und erreichten Beträge zwischen 0,06 und 0,5 Cent je Kilowattstunde.

Von den sieben Unternehmen, gegen die ein Kartellverfahren eingeleitet wurde, haben den Angaben zufolge fünf Versorger ihre Preise um mindestens 0,35 Cent je Kilowattstunde erhöht. Das seien die betroffenen Betriebe in Nordhausen, Saalfeld, Sondershausen, Greiz und der Inselsbergregion gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Gaspreiserhöhung

    Billiges Gas: Einige Bundesländer zahlen trotzdem drauf

    Gas ist sehr viel günstiger als noch vor zwei Jahren. Dennoch liegen in einem Bundesland die Gaspreise sogar über dem bundesweiten Durchschnittspreis von 2014. Was sind die Hintergründe?

  • Gasvergleich

    Mehrere Energiefirmen kündigen Senkung der Gaspreise an

    Die Gaspreise sollen gleich bei mehreren Stadtwerken noch vor Beginn der Heizperiode fallen. Ankündigungen gab es beispielsweise von den Stadtwerken in Kiel und Wiesbaden.

  • Stromtarife

    VEA-Strompreisvergleich: Viel Arbeit für RegTP

    Laut aktuellem VEA-Strompreisvergleich sind die günstigsten Netzgebiete GEW RheinEnergie (Köln), Stadtwerke Mainz und Stadtwerke Düsseldorf. Die teuersten Versorgungsgebiete in Ostdeutschland und auch insgesamt sind nach wie vor TEAG (Erfurt), Avacon (Sachsen-Anhalt) und die Wemag (Schwerin).

  • Strom sparen

    Missbrauchsverfahren gegen bayerische Gasversorger

    Das bayerische Wirtschaftsministerium als Landeskartellbehörde hat wegen zu hoher Erdgaspreise ein Missbrauchsverfahren gegen 16 bayerische Gasversorgungsunternehmen eingeleitet. Unter den betroffenen Unternehmen ist auch die E.ON Bayern AG.

  • Energieversorung

    Thüringen fördert Solaranlagen auf Kirchendächern

    Das Land Thüringen hat seit 1999 Solaranlagen auf Kirchen und kirchlichen Einrichtungen mit 600 000 Euro gefördert. Insgesamt wurden 28 Kirchen unterstützt, denn gerade bei Kirchengebäuden lasse sich oft eine sinnvolle Verknüpfung von Denkmalschutz und moderner Technologie erreichen.

Top