Teure Kohlekraft

Thoben fürchtet steigende Strompreise wegen EU-Klimapaket

NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) befürchtet wegen des EU-Klimaschutzpakets erhebliche Strompreiserhöhungen. Die deutsche Stromerzeugung der großen Kraftwerksbetreiber werde durch die beschlossene Auktionierung der Verschmutzungsrechte ab 2013 benachteiligt, sagte sie heute im Düsseldorfer Landtag.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Die Brüsseler Beschlüsse seien ein Hindernis für den Bau neuer umweltfreundlicher Kohlekraftwerke auch in NRW.

SPD und Grüne hielten der Landesregierung vor, sie sei mit ihrem unverhältnismäßigen Einsatz für die großen Konzerne in Brüssel gescheitert. Der Klimaschutz habe für die Regierung keine Priorität, rügte der stellvertretende Fraktionschef der Grünen, Reiner Priggen. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hatte das EU-Paket als schädlich für Wirtschaft und Umwelt bezeichnet.

Auf dem EU-Gipfel in Brüssel hatte es vergangene Woche eine Einigung auf die Umsetzung der 2007 vereinbarten Klimaschutzziele gegeben. Die EU bekräftigte in Brüssel das Ziel, bis 2020 die CO2-Emmissionen um 20 Prozent zu senken. Bei internationalen Vereinbarungen soll diese Quote auf 30 Prozent steigen. Bis 2020 soll zudem der Anteil an erneuerbaren Energien auf 20 Prozent angehoben werden. Schließlich wird eine Senkung des Energieverbrauchs um 20 Prozent im gleichen Zeitraum angestrebt.

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