Theorie & Praxis

Thema Unbundling: Arbeitskreis zeigt Wege zur praktischen Umsetzung

Der Hamburger Verein "e-ThinkTank", ein Kompetenznetzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Prozessoptimierung durch elektronische Systeme, hat einen Arbeitskreis zum Thema Unbundling initiiert, der allen Interessierten offensteht. In sechs ganztägigen Workshops will man zeigen, wie Energieversorger Vorteile des Unbundlings nutzen und Nachteile kompensieren können.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Unbundling ist ein zentrales Thema für Energieversorger: Nach Inkrafttreten erster Gesetze nimmt die Regulierungsbehörde ihre Arbeit auf, die Ausgründung von Netzgesellschaften wird vielfach diskutiert und durchgeführt. Die Konsequenzen für Unternehmensprozesse und IT-Systeme sind jedoch meist noch nicht geklärt. Wie kann man Unbundling so umsetzen, dass Vorteile genutzt und Nachteile kompensiert werden? An dieser Stelle will jetzt der Arbeitskreis Unbundling des e-ThinkTank e.V. für Lösungen sorgen.

Der "e-ThinkTank"-Verein ist ein unabhängiges Kompetenznetzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Prozessoptimierung durch elektronische Systeme. Ziel des Vereins ist es, Synergien unter allen Beteiligten freizusetzen: Mitglieder profitieren von den Erfahrungen anderer und stellen eigene Erfahrungen zur Verfügung.

Unbundling umzusetzen, bedeutet sich umfassenden Reorganisationsansätzen zu stellen: In Prozessen und IT-Systemen müssen tiefgreifende Veränderungen bewältigt werden, nicht zuletzt deshalb handelt es sich um mehr als eine rein rechtliche Angelegenheit. Die Komplexität und die Auswirkungen der Trennung von Netz und Vertrieb zu durchleuchten, wird im Mittelpunkt der Aktivitäten des Arbeitskreises stehen. Unter dem Motto "Chancen rechtzeitig erkennen und Risiken frühzeitig kompensieren" will der Arbeitskreis unter der wissenschaftlichen Federführung von Professor Dr. Arno Müller einen ganzheitlichen Überblick zur Umsetzung bieten.

Der Unbundling-Arbeitskreis, heißt es bei e-ThinkTank, sei ein wesentlicher Schritt zu einer praxisorientierten Umsetzung der derzeit rechtlich und theoretisch ausgestalteten Gesetzes- und Verbändevorgaben. "Dieses Angebot ist durch die hochkarätige wissenschaftliche Führung, dem roten Faden in den Veranstaltungen, dem konstanten Teilnehmerkreis und den hochkarätigen Referenten in dieser Form einzigartig", so Lars von Thienen, Vorstandsmitglied des e-ThinkTank e.V.

Im ersten Quartal 2004 soll mit der aktiven Arbeit begonnen werden. Der Arbeitskreis steht sowohl Mitgliedern als auch interessierten Energieversorgern offen und wird in Form von sechs jeweils monatlich abgehaltenen Tagesworkshops im Hamburger Raum stattfinden. Anmeldeschluss für Energieversorger ist der 15. März.

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