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Teures Öl: Verbraucher geraten in Zugzwang

In den - traditionell eher preisgünstigen - Sommermonaten ist Heizöl bereits so teuer wie nie. Energieexperten rechnen dennoch damit, dass die Preise im Herbst steigen, wenn die Verbraucher ihre Öltanks wieder auffüllen, schreibt der Berliner "Tagesspiegel" heute. Der Spielraum für Verbraucher werde daher kleiner.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Der hohe Ölpreis an den internationalen Börsen lässt den Verbrauchern langsam keinen Spielraum mehr, mit dem Kauf von Heizöl zu warten. "Bisher ist keine größere Nachfrage festzustellen, wobei die Bevorratung eher schlecht ist", sagte Rainer Wiek vom Energie-Informationsdienst (EID) dem "Tagesspiegel" (Freitagausgabe).

Dabei könne man damit rechnen, dass das heutige Preisniveau anhält. "Es wird voraussichtlich in den kommenden Monaten nicht besser", sagte Wiek. Schorsch Tschürtz, Energiereferent beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv), sagte: "Zum Herbst rechne ich mit anziehenden Preisen."

Die Entwicklungen beim Heiz- und beim Rohöl treiben sich gegenseitig. Mit Blick auf das jeweils hohe Niveau begründen Analysten auch jeweils neue Preisschübe. Beim Heizöl kosten 100 Liter im Bundesdurchschnitt - bei der üblichen Abnahme von 3000 Litern - rund 57 Euro. Anfang des Jahres lag der Preis noch bei 42 Euro, vor einem Jahr bei 44 Euro - und Anfang 2004 sogar bei lediglich 35,50 Euro. In diesem Jahr habe es einen kontinuierlichen Anstieg gegeben, sagte EID-Experte Wiek.

Der Absatz ist laut Mineralwirtschaftsverband auch in den ersten sechs Monaten eingebrochen. "Für viele Händler ist es eine Überraschung, wie lange die Leute ohne größere Bestellungen auskommen konnten", sagte Wiek. vzbv-Experte Tschürtz sagte, erfahrungsgemäß würden die Preise im Oktober und November steigen - und bis dahin rechne er auch nicht mit einem signifikanten Rückgang.

Verbrauchern, die mit Erdgas heizen, müssen ebenfalls mit höheren Kosten rechnen. In den letzten Monaten hatten sich die meisten Versorger mit Preiserhöhungen zurückgehalten. Wegen der gestiegenen Einkaufskosten "dürfte aber spätestens zum 1. Oktober die nächste Preiswelle kommen", schätzte EID-Experte Wiek.

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