Preissteigerungen

Teurer Taschenrechner wird Pflicht an NRW-Schulen

Wer investiert nicht gerne in die Bildung des eigenen Nachwuchses? Aber ein Taschenrechner für fast 100 Euro könnte einigen Eltern doch ein wenig zu teuer sein.

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Wer investiert nicht gerne in die Bildung des eigenen Nachwuchses? Aber ein Taschenrechner für fast 100 Euro könnte einigen Eltern doch ein wenig zu teuer sein. In Nordrhein-Westfalen ist der besondere Taschenrechner vom Schulministerium ab 2015 zur Pflicht für alle Oberstufenschüler erklärt worden.

Schüler und Eltern sind skeptisch

"Ich finde es ungerecht, dass Familien mit mehreren Kindern oder Familien mit weniger Geld für die Kosten aufkommen müssen. Auch wenn es Fördervereine gibt, die in solchen Situationen unterstützen, wird sich aus Scham sicherlich nicht jede Familie melden", sagt Zehntklässlerin Julia Heinrichs (16). Viele ähnliche oder aber wütende Kommentare werden von Schülern und Eltern zu dem vom Ministerium angeordneten Gerät auch in Online-Foren geäußert, berichtet rp-online. Der "TI-nspire CX" von Texas bietet neben den herkömmlichen Funktionen eines Taschenrechners die Möglichkeit, Grafiken aufzuzeigen und kann sich mit dem Computer des Lehrers verbinden. Die Grafiken können außerdem gespeichert und auch an die Wand projiziert werden.

Schnickschnack oder Notwendigkeit?

Der zunächst nur für die Oberstufe vorgeschriebene Taschenrechner soll ab 2017 auch im Zentralabi an Gymnasien und Gesamtschulen eingeführt werden. Das Gerät würde "das Entdecken mathematischer Zusammenhänge fördern, bessere Darstellungsmöglichkeiten bieten und die Schüler entlasten", argumentiert das Schulministerium. Was aber, wenn Eltern sich das Gerät nicht leisten können oder wollen? Die Kosten für Kunstmaterialien, Stifte oder Klassenfahrten müssen Eltern selber tragen.

Lehr- und Arbeitsmaterialien unterscheiden

Das Schulministerium unterscheidet zwischen Lehr- und Arbeitsmaterialien. "Das sind unterschiedliche Töpfe. Für Lehrbücher legt die Schulkonferenz jedes Jahr ein Budget für die verschiedenen Jahrgangsstufen fest. Die Eltern tragen dann ein Drittel der Kosten, der Rest wird aus Landesmitteln bezahlt", erläutert Hanno Grannemann, Schulleiter am Heinrich-Heine-Gymnasium in Mettmann. "Der Rechner fällt laut Gesetz nicht in die Kategorie Lehrmaterialien und wird daher auch nicht von der Schule bezuschusst", sagt Grannemann weiter. "Die Kosten für Bücher, Grammatiken und Lernhefte werden jedes Jahr teurer. Ich habe selber drei Kinder und weiß, wie schnell da eine ganze Stange Geld zusammenkommt".

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