Widersprüchlich und fahrlässig

Teufel fordert rasche Klärung der Atommüll-Endlager-Frage

Als "widersprüchlich und höchst fahrlässig" bezeichnete es der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel, dass die Bundesregierung die Suche nach einem Endlager-Standort eingestellt habe. Er forderte sie daher auf, die Erkundungsarbeiten am Salzstock Gorleben schnellstmöglich fortzusetzen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) fordert von der Bundesregierung ein Konzept für die Endlagerung radioaktiver Abfälle. Vor allem durch diese ungelöste Frage habe es Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) geschafft, die deutschen Energieversorgungsunternehmen zum Atomausstieg zu bewegen, sagte Teufel am Sonntag in Stuttgart. Inzwischen sei die Suche nach Lösungen praktisch eingestellt worden. Dies sei "mehr als widersprüchlich und höchst fahrlässig", kritisierte Teufel.

Der Schacht Konrad bei Braunschweig, der laut Planfeststellungsbeschluss für schwach und mittelstark radioaktive Abfälle geeignet ist, müsse baldmöglichst in Betrieb genommen werden. Die seit 1979 laufenden Erkundungsarbeiten am Salzstock Gorleben im Kreis Lüchow-Dannenberg, der als Endlager für die übrigen Abfälle dienen sollte, müssten zu Ende geführt werden, forderte Teufel. Sonst wären Milliardenbeträge für die bisherige Erkundung in den Sand gesetzt. Das sei nicht nur die Position der Landesregierung, sondern auch des Bundesrates. Befürchtungen der Menschen in Baden-Württemberg, die geplanten Zwischenlager an den Atomkraftwerksstandorten Neckarwestheim und Philippsburg würden faktisch zu Endlagern, könnten nur so ausgeräumt werden.

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