Mit einbeziehen

Teheran: Vorgespräche für Anbindung Irans an Nabucco-Pipeline

Der Iran soll nach Informationen aus Teheran in das Projekt einer Gas-Pipeline vom Osten der Türkei bis nach Zentraleuropa einbezogen werden. Es habe seitens beteiligter Unternehmen "nicht offizielle" Gespräche darüber gegeben, wie der Iran in das Nabucco-Projekt eingebunden werden könne.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Teheran (afp/red) - Dies sagte der Chef der iranischen Exportgesellschaft, Resa Kasaideh, am Samstag der Nachrichtenagentur. Mehr Einzelheiten wollte er nicht nennen. Im Juli hatten die Regierungen von vier EU-Ländern und der Türkei ein Abkommen für das Pipeline-Projekt Nabucco unterzeichnet, das von 2014 an jedes Jahr 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Zentralasien über die Türkei nach Europa bringen soll.

Die 3300 Kilometer lange Rohrleitung wird etwa acht Milliarden Euro kosten und von der Türkei bis nach Österreich führen. In Anschluss-Pipelines soll das Gas aus den Lieferländern Zentralasiens herangeschafft werden. An dem Projekt ist auch der deutsche Energiekonzern RWE beteiligt.

Der Iran verfügt über die zweitgrößten Erdgas-Reserven nach Russland. Wegen des Streits um das iranische Atomprogramm bestehen gegen die islamische Republik internationale Sanktionen. Trotz der eigenen Vorräte importiert der Iran bislang Erdgas aus Turkmenistan, andererseits wird iranisches Gas in die Türkei exportiert. Mit dem Nabucco-Projekt soll die Abhängigkeit Westeuropas von den Lieferungen russischen Erdgases verringert werden.

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