Aktuelle Ausgabe

Technology Review berichtet über Trends in der Solartechnik

In seiner neusten Ausgabe berichtet das Technologiemagazin "Technology Review" über die Trends in der Solartechnik. Fazit: Solarzellen aus Silizium dominieren bisher den Markt, die Branche lebt dabei vom Abfall der Halbleiterindustrie, braucht vielleicht bald aber eine eigene Siliziumproduktion.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Solarzellen aus Kunststoffen oder Nanoröhrchen sind der neueste Schrei aus den Labors. Doch ausgereift sind die Nischen-Technologien noch nicht. Die Industrie in Deutschland setzt also weiter auf Siliziumzellen, schreibt das Technologiemagazin "Technology Review" in der aktuellen Ausgabe 6/04.

Photovoltaik boome, obwohl im vergangenen Jahr nur knapp 0,05 Prozent des deutschen Stroms mit Solarzellen erzeugt wurden. Von 1998 bis Ende 2003 habe sich die installierte Leistung weltweit etwa vervierfacht, in Deutschland sogar mehr als versiebenfacht. Das imposante Wachstum liege nicht in erster Linie am technischen Fortschritt, heißt es im Artikel. Hauptmotor sei die staatliche Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Die Hersteller von Solarzellen versuchten nun, die etablierten Produktionsverfahren billiger zu machen oder den Wirkungsgrad der einzelnen Zelle zu erhöhen, damit Solarstrom wettbewerbsfähig wird. Photovoltaik bleibe dabei ein mühsamer Kampf um Prozentpunkte, heißt es weiter. Theoretisch könne eine Solarzelle aus Silizium bei normaler Sonneneinstrahlung knapp 30 Prozent der Lichtenergie in elektrische Energie umwandeln. Heute erziele die beste Siliziumzelle im Labor einen Wirkungsgrad von 24 Prozent, von Forschern in aufwendiger Handarbeit gefertigt. Die besten Solarzellen vom Fließband erreichen 19 Prozent, die daraus gebauten Module etwa 17 Prozent. Dabei koste jeder Prozentpunkt einige Jahre an Forschung und Entwicklung.

Daher dominierten Solarzellen aus Silizium bislang mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent den Markt. Die Branche lebe dabei vom Abfall der Halbleiterindustrie, denn was für einen Mikrochip nicht reiche, tauge oft noch für eine Solarzelle. Wächst die Solarbranche jedoch weiter wie bisher, benötigt sie bald eine eigene Siliziumproduktion, resümmieren die Redakteure des Wissenschaftsmagazins.

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