Für die Zukunft

TEAG investiert in Netze / Anwalt: Keine Begründung für Preiserhöhungen

Die Erfurter TEAG wird zusätzlich zum bisherigen Investitions- und Instandhaltungsprogramm 135 Millionen Euro für wichtige Bau- und Sanierungsprojekte bereitstellen. Für den Jenaer Rechtsanwalt Thomas Fricke ist das dennoch keine Rechtfertigung für höhere Strompreise.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (red) - Zu Beginn dieser Woche kündigte der Thüringer Energieversorger TEAG an, zusätzlich zum bisherigen Investitions- und Instandhaltungsprogramm langfristig 135 Millionen Euro für wichtige Bau- und Sanierungsprojekte bereitstellen und dadurch 140 neue Arbeitsplätze bei Thüringer Auftragnehmern schaffen zu wollen.

"Unser Investitions- und Modernisierungsprogramm ist langfristig angelegt mit dem Ziel, in Thüringen dauerhaft ein modernes, zuverlässiges und kostengünstiges Energieverteilungsnetz zu betreiben", erläuterte dazu der Vorstandsvorsitzende Dr. Bernhard Bloemer. Mit den zusätzlichen Investitionsmitteln soll insbesondere die sukzessive Umwandlung der noch bestehenden fünf Mittelspannungsebenen - eine technisch veraltete und teure Erblast der DDR-Energiewirtschaft - auf ein einheitliches 20-kV-Mittelspannungsnetz vorangetrieben werden. "Dies senkt die Kosten der TEAG für zusätzliche Umspannung im Mittelspannungsnetz und die Wartung teilweise überdimensionierter Anlagen und erhöht gleichzeitig die Zuverlässigkeit der Stromversorgung. Von diesen Vorteilen werden vor allem unsere Kunden profitieren", sagte Bloemer.

Der Jenaer Rechtsanwalt Thomas Fricke, der seit geraumer Zeit aktiv gegen geplante Strompreiserhöhungen vorgeht, sieht in den angekündigten Investitionen jedoch keine Rechtfertigung für höhere Strompreise. Seiner Meinung nach, geht aus dem TEAG-Geschäftsbericht 2003 hervor, dass die Investitionen in Stromverteilungsanlagen vollständig aus dem Cash Flow und damit aus den laufenden Einnahmen finanziert werden könnten. Zudem seien Bankdarlehen vorfristig getilgt worden und auch bei der Erschließung neuer Gewerbe- und Wohngebiete seien sofort ertragswirksame Einnahmen geflossen.

"Da sich die Ertragssituation des Unternehmens in 2004 noch verbessern dürfte und keine großartigen Kredite mehr zu tilgen sind, können höhere Strompreise 2005 mit den verlautbarten beabsichtigten Investitionen wohl nicht gerechtfertigt werden. Immerhin zahlen die Thüringer seit Jahren sehr hohe Preise für ein veraltetes Netz", begründete Fricke gegenüber dem strom magazin seine Kritik.

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