Ausbildungsplatzabgabe kritisiert

TEAG erweitert Ausbildungszentrum

Die Thüringer Energie AG hat ihren Ausbildungs-Campus in Erfurt für rund 2,4 Millionen Euro technisch auf den neuesten Stand gebracht. Die TEAG ist einer der größten Ausbildungsbetriebe im Freistaat und bildet derzeit rund 330 "Azubis" in je zwei kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufszweigen aus.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (red) - Nur zwei Jahre nach Eröffnung ihres neuen Ausbildungszentrums in Erfurt hat die TEAG Thüringer Energie AG ihren Campus erweitert und auf den neuesten technischen Stand gebracht. Mit einem Investitionsaufwand von 2,4 Millionen Euro entstand auf dem Gelände des ehemaligen Heizkraftwerks Erfurt auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern ein weiteres modernes Aus- und Fortbildungszentrum, das beste Bedingungen für die berufliche Grundlagenausbildung im Bereich Metall- und Elektrotechnik sowie für die Fortbildung im Bereich Energie- und Gastechnik bietet.

Eine weitere Besonderheit ist das Schulungszentrum "Gasregeltechnik", das die Gasversorgung Thüringen GmbH in das Ausbildungsgebäude integriert hat. Es dient der praxisnahen Ausbildung von Energieelektronikern mit Zusatzqualifizierung in der Gasregeltechnik - einer Kombination, die die TEAG als einziges Unternehmen in Deutschland bereits in der Lehrlingsausbildung anbietet.

Vor rund 100 Gästen aus Wirtschaft und Politik hob TEAG-Vorstandsmitglied Stefan Sarry die Vorteile der betrieblichen Ausbildung und ihres Ausgleichpotentials zwischen betrieblichen Erfordernissen und theoretischen Anforderungen der Berufsschulen hervor: "Zukunft braucht Köpfe! Die betriebliche Aus- und Fortbildung ist deshalb nicht nur für unsere Mitarbeiter, sondern auch für die Entwicklung unseres Unternehmens als führender Energiedienstleister Thüringens von hoher Bedeutung".

Die von der Bundesregierung beschlossene Ausbildungsplatzabgabe kritisierte Sarry als ungeeignet zur Verbesserung der Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Der zusätzliche Verwaltungsaufwand für Behörden und Unternehmen werde "die ohnehin zu hohen Ausbildungskosten" weiter in die Höhe treiben und die Knappheit an Ausbildungsplätzen weiter verschärfen. "Statt neue Belastungen zu schaffen, sollte die Politik das Schul- und Berufsschulsystem noch besser auf die betrieblichen Erfordernisse ausrichten und den Unternehmen mehr Autonomie bei tariflichen Entscheidungen zubilligen", sagte Sarry.

Die TEAG Thüringer Energie AG ist einer der größten Ausbildungsbetriebe im Freistaat. Das Unternehmen bildet derzeit insgesamt 327 Lehrlinge in zwei kaufmännischen sowie zwei gewerblich-technischen Berufszweigen für den eigenen Bedarf sowie für die inzwischen 60 Firmen der 1996 auf Initiative der TEAG gegründeten Ausbildungsgemeinschaft der Thüringer Energieversorgungs- und Elektrounternehmen aus. Pro Jahr wendet die TEAG 2,3 Millionen Euro für die Lehrlingsausbildung auf, die Ausbildungsquote ist mit rund acht Prozent überdurchschnittlich hoch. Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2004/05 wird die TEAG Ausbildungsverantwortung für 30 eigene Lehrlinge sowie 50 bis 60 "Azubis" anderer Energie- und Elektrobetriebe übernehmen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    Thüringen will Windkraft stärker als bisher nutzen

    Thüringen will die Windkraft deutlich stärker nutzen als bisher. Es sei realistisch, Windkraftanlagen auf einem Prozent der Landesfläche zu errichten, sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung eines Positionspapiers zur Nutzung der Windenergie.

  • Hochspannungsmasten

    Thüringen will heimische Solarindustrie stärken

    Die Landesregierung Thürningen hat eine Reihe neuer Maßnahmen zur Förderung der Solarindustrie angekündigt. In der zweiten Phase der 2007 gestarteten "Solarinitiative Thüringen" wolle der Freistaat vor allem für zusätzliche Investitionen sorgen und die Anwendung der Solartechnik unterstützen.

  • Energieversorung

    TEAG weiht neues Umspannwerk in Jena ein

    Die Stromversorgung von großen Betrieben und knapp 60 000 Haushalten in Jena funktioniert künftig sicherer. Nach zweijähriger Bauzeit ist am Mittwoch in der Saalestadt ein neues Umspannwerk mit Schalthaus in Betrieb genommen worden. Es wird ohne Personal betrieben und fernüberwacht.

  • Hochspannungsleitung

    Thüringer Landesregierung unterstützt Unternehmen beim Emissionshandel

    In einem Verbundprojekt mit Bayern und Hessen werden insgesamt zwölf Thüringer Betriebe das System erproben und testen. Mit diesem Instrument wird Unternehmen die eigenhändige Erfassung und Bewertung ihrer klimarelevanten betrieblichen Prozesse in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie ein einheitlicher Datentransfer mit den Behörden ermöglicht.

  • Stromnetz Ausbau

    EAM und TEAG stoppen Fusionsverhandlungen

Top