Internet-Konkurrenz

Taxifahrer demonstrieren gegen App-Anbieter

Taxifahrer sehen durch Online-Dienste, die über Handy-Apps Fahrer vermitteln, ihr Geschäft bedroht. An einem europaweiten Aktionstag wollten sie sich deswegen Gehör verschaffen. Im Zentrum der Proteste standen Hauptstädte wie Berlin, London oder Paris.

Taxi© B. Wylezich / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Tausende Taxifahrer haben am Mittwoch in europäischen Großstädten gegen neue Konkurrenz aus dem Internet demonstriert. Die Proteste waren in Städten wie Berlin, Hamburg oder auch London, Paris, Madrid und Mailand geplant. Zu einer Sternfahrt am Mittag in Berlin meldeten die Veranstalter bis zu 1.000 Taxis an. "Das wird man auch merken im Straßenverkehr", sagte ein Polizeisprecher.

Blockaden in Paris

In Madrid streikten die Taxifahrer, der Aufruf wurde nach Angaben ihrer Berufsverbände zu 100 Prozent befolgt. Augenzeugen berichteten, auf den Straßen der spanischen Hauptstadt sei praktisch kein Taxi zu sehen gewesen.

In Paris blockierten am Mittwochmorgen kurzzeitig mehrere Hundert Taxifahrer den Verkehr an den internationalen Flughäfen Charles de Gaulle und Orly und rollten anschließend im Schneckentempo in Richtung Innenstadt. Im Raum Paris wurden Staus mit einer Gesamtlänge von mehr als 250 Kilometern registriert. Verschärft wurden die Behinderungen für Berufspendler und andere Reisende durch einen Streik bei der Bahn. Er hatte zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen zur Folge. Weitere Aktionen von Taxifahrern waren in Hamburg, Köln, München sowie London, Barcelona und Mailand geplant.

Gegen Taxi-Regulierungen verstoßen

Die Taxifahrer sehen ihr Geschäft von Anbietern bedroht, die über Handy-Apps Fahrer vermitteln. Aus ihrer Sicht gibt es einen unfairen Wettbewerb, weil für die neuen Rivalen aus dem Internet die strikte Regulierung des Taxi-Gewerbes ausgehebelt sei. Ein rotes Tuch ist für sie vor allem die US-Firma Uber, die in rund 20 europäischen Städten aktiv ist. Vergangene Woche besorgte sich Uber 1,2 Milliarden Dollar frisches Geld von Investoren, das Unternehmen aus San Francisco wurde dabei insgesamt mit 17 Milliarden Dollar bewertet.

Kritik an privaten Fahrern

Private Fahrer seien oft nicht für die Beförderung versichert, absolvierten keine regelmäßigen Gesundheitschecks, ihre Ausbildung und der technische Zustand des Autos würden nicht geprüft, kritisierte der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands BZP, Michael Müller, zum Aktionstag. Uber entgegnet stets, man überprüfe die Fahrer und sorge für die Sicherheit der Fahrgäste.

Der Dienst musste in Europa bereits Rückschläge hinnehmen. In Brüssel wurde Uber der Betrieb untersagt, in Frankreich gibt es Einschränkungen. In Berlin erwirkte ein Taxifahrer im Frühjahr eine einstweilige Verfügung gegen Uber, vollstreckte sie jedoch unter Hinweis auf wirtschaftliche Risiken nicht.

Quelle: DPA

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