Nebel und Störsender

Tarnkonzept für Atomkraftwerke entwickelt

Das Bundesumweltministerium hat sich mit den Betreibern der Atomkraftwerke auf Maßnahmen für den Terrorschutz verständigt. So sollen künftig Störsender und künstlicher Nebel der Gefahr vorbeugen, dass ein Verkehrsflugzeug gezielt über einem AKW zum Absturz gebracht wird.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp/sm) - Das Bundesumweltministerium hat sich nach einem Pressebericht mit den Betreibern der Atomkraftwerke auf Maßnahmen für den Terrorschutz verständigt. So soll künftig mit Störsendern der Gefahr vorgebeugt werden, dass ein Verkehrsflugzeug gezielt über einem AKW zum Absturz gebracht wird, schreibt die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Freitagausgabe) unter Berufung auf eine vertrauliche Abmachung.

Seit dem Terrorangriff vom 11. September 2001 in den USA wird diskutiert, wie deutsche Atomkraftwerke gegen einen Terrorangriff besser geschützt werden können. Über den Kraftwerken herrscht normalerweise ein Überflugverbot. Störsender sollen nun verhindern, dass Flugzeuge Kraftwerke mit Hilfe der satellitengestützten Navigationssysteme ansteuern können.

Zwischen dem Bundesumweltministerium und den Betreibern sei Einigkeit über die Verwirklichung des Tarnkonzeptes erzielt worden, schreibt das Blatt. So sei der Staat zuständig für die Störung der Navigationssysteme in der Umgebung der Kernkraftwerke. Die Betreiber sollten aber die Störsender installieren. Das Schutzkonzept solle am niedersächsischen Kraftwerk Grohnde bei Hameln erprobt werden.

Gleichzeitig soll künstlicher Nebel verwendet werden, teilte das Umweltministerium heute mit und betonte, man sei die einzige Behörde weltweit, die einen solches Schutzkonzept für die Atomkraftwerke gefordert und durchgesetzt habe. Das Risiko vor Terrorangriffen werde zwar gesenkt, eine absolute Sicherheit hiervor sei aber nur durch den Ausstieg aus der Atomkraft möglich, hieß es.

Die Sprecherin von E.ON-Kernkraft, Petra Uhlmann, bestätigte, dass man sich mit dem Bundesumweltministerium verständigt habe. "Wir werden so schnell wie möglich an die Umsetzung gehen", sagte sie. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) begrüßte das Sicherheitsmodell, das mit dem Bundesinnenminister und dem Verteidigungsminister abgestimmt sei.

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