Zwangslage

Tarifrunde im Steinkohlebergbau unterbrochen / Kein Arbeitgeberangebot vorgelegt

Aufgrund der schwierigen Lage im Bergbau haben die Arbeitgeber auch in der dritten Tarif-Verhandlungsrunde kein Angebot für die 55 000 Beschäftigten vorgelegt. Jetzt wurden die Gespräche für unbestimmte Zeit unterbrochen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

In der dritten Verhandlungsrunde für die 55 000 Beschäftigten im deutschen Steinkohlenbergbau gestern in Essen erklärten die Arbeitgeber, die derzeit schwierige Lage im Bergbau erlaube keine Erhöhung der Einkommen. Ein neuer Verhandlungstermin wurde nicht vereinbart.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, DSK-Vorstandsvorsitzender Bernd Tönjes, begründete das Ausbleiben eines Angebotes: "Angesichts sinkender Finanzplafonds, der ungewissen politischen Rahmenbedingungen insbesondere im Zusammenhang mit der ausstehenden EGKS-Nachfolgeregelung, der aktuell angespannten Fördersituation und der derzeit eingeschränkten Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes" könne der Unternehmensverband kein Angebot für eine Erhöhung der Löhne und Gehälter machen. IG Bergbau Energie Chemie-Verhandlungsführer Werner Bischoff: "Weil wir die Zwangslage der Unternehmer nachvollziehen können und die Probleme in den Betrieben kennen, haben wir die Verhandlungen nicht scheitern lassen. Wir müssen uns nun ausreichend Zeit nehmen, nach Auswegen aus dieser außerordentlich schwierigen Lage zu suchen. Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir zu pragmatischen und innovativen Lösungen fähig sind. Deshalb müssen wir den Versuch machen, trotz der Probleme der Unternehmen die berechtigten Interessen der Beschäftigten nicht zu kurz kommen zu lassen."

Bei der Forderung der IG BCE nach einem Teilausgleich für die versicherungsmathematischen Rentenabschläge sind sich die Tarifparteien näher gekommen. Dieser Punkt wird in dieser Tarifrunde geregelt.

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