Inflation

Tanken und Heizen werden immer teurer

Kräftig gestiegene Preise für Benzin und Heizöl haben die Inflationsrate in Deutschland erstmals seit April wieder über zwei Prozent getrieben. Die Verbraucherpreise kletterten im August unerwartet deutlich, sie lagen 2,1 Prozent höher als noch ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Benzinpreise© Maria.P / Fotolia.com

Wiesbaden/Berlin (dapd/AFP/red) - In einer ersten Schätzung war das Amt nur von einer Teuerungsrate von zwei Prozent ausgegangen. Zuletzt war die Inflationsrate hierzulande drei Monate in Folge unter die für die Geldpolitik bedeutende Marke von zwei Prozent gefallen, bei der die Europäische Zentralbank (EZB) von Preisstabilität ausgeht.

Benzinpreise fast zehn Prozent höher als 2011

Im Juli und Juni lag die jährliche Teuerungsrate in Deutschland bei jeweils 1,7 Prozent, im Mai bei 1,9 Prozent. Zuvor hatte sie durchgehend seit Anfang 2011 mehr als zwei Prozent erreicht. Im Vergleich zum Vormonat zogen die Preise im August um 0,4 Prozent an. Benzin und Diesel waren im August 9,4 Prozent teurer als vor einem Jahr, erklärten die Statistiker. Für Heizöl stieg der Preis sogar um 13,5 Prozent. Strom kostete drei Prozent mehr.

Ölpreis gestiegen nach Urteil zum Rettungsschirm

Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind laut ADAC gegenüber der vergangenen Woche kräftig gestiegen. Besonders Benzin habe sich drastisch verteuert, teilte der Automobilclub am Mittwoch mit. Ein Liter Super E10 kostet demnach 1,701 Euro im Durchschnitt - rund 3,1 Cent mehr als letzte Woche. Der Dieselpreis sei um 1,4 Cent auf 1,524 Euro pro Liter gestiegen. Der ADAC bezeichnete die Preise als "völlig überzogen". Es gebe wegen des relativ stabilen Ölpreises und des gestärkten Euros eigentlich Spielraum für deutliche Preissenkungen. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Euro-Rettungsschirm ESM stiegen am Mittwoch allerdings die Ölpreise.

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